KLEINENSIEL - Mehrere tausend Menschen beteiligten sich am Ostermontag vor dem Kernkraftwerk Unterweser (KKU) in Kleinensiel an einer Demonstration für die Stilllegung aller Atomreaktoren in Deutschland. Anlass der Protestaktion war der 25. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl. Aufgerufen hatte unter anderem die Anti-Atomkraft-Initiative Aktion Z. Deren Sprecher Jürgen Janssen sprach von einem grandiosen Erfolg. Er hatte mit bis zu 2000 Teilnehmern gerechnet. Tatsächlich waren es deutlich mehr. Die Polizei geht von 4000 Demonstranten aus. Jürgen Janssen schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 8000.
Viele von ihnen versammelten sich zur Mittagszeit auf dem Marktplatz in Rodenkirchen, schwenkten ihre gelben Fahnen und machten sich mit Trillerpfeifen und Trommeln bemerkbar. Mit Traktoren, Fahrrädern und zu Fuß machten sich die Demonstranten auf den Weg zum Kernkraftwerk. Immer wieder skandierten sie Abschalten.
Vor dem KKU versammelten sich die Demonstranten zu einer Umzingelung des Werks. Auf der Weser hatten sich Kanuten, Freizeitkapitäne und weitere Skipper mit Atomkraftgegnern an Bord versammelt, um an die Katastrophe von Tschernobyl zu erinnern und für einen Ausstieg aus der Atomenergie zu demonstrieren.
Bei der anschließenden Kundgebung in Rodenkirchen sagte Christoph Bautz, Mitbegründer der Internet-Plattform Campact, dass die angebliche Stromlücke, die entstehe, wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet würden, eine Stromlüge sei. Er und Jytte von Salis von der Organisation X-taudensmalquer kündigten Sitzblockaden für den Fall an, dass die zurzeit abgeschalteten Reaktoren nach Ablauf des Moratoriums wieder angefahren werden. Der Oberbürgermeister von Bremerhaven, Melf Grantz, forderte, dass das KKU nicht wieder ans Netz geht. Er sehe die Zukunft, gerade für die Region, im Ausbau der Offshore-Windenergie.
