KLEINENSIEL - Die Betriebsleitung des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) will den Nachbarn im Umfeld des Atom-Meilers die Angst nehmen, der Betrieb könne leicht das Ziel von Anschlägen werden. Diese Sorgen sind umso größer, seit am vergangenen Montag Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace die Kuppel des KKU geentert und für mehrere Stunden besetzt hatten. Für die Umweltschützer ist nach der Aktion klar, dass das KKU leicht Ziel von Anschlägen werden kann. In Zeitungsanzeigen behauptet KKU–Betreiber Eon das Gegenteil: „Es kann keine Rede davon sein, dass die Sicherheit der Anlage leicht zu gefährden ist.“ Und: „Nur im inneren Sicherheitsbereich befinden sich sicherheitsrelevante Einrichtungen. Dorthin können Unbefugte nicht vordringen.“ Eon lässt den Text von den Betriebsleitern Karl Ramler und Olaf Coordes unterschreiben.

Nach dem Vorfall vom Montag haben sich zahlreiche besorgte Nachbarn im Umland des Kernkraftwerks gemeldet, bestätigt Almut Gilcher, Sprecherin des KKU in Kleinensiel. „Wir haben deshalb auch eine Telefonnummer veröffentlicht, unter der tagsüber ausführlich über den Vorfall und die Ereignisse informiert wird“, sagt sie.

Einen Grund, das bisherige Sicherheitskonzept für das KKU zu ändern, gebe es nicht, sagt Gilcher. „Wir sind froh, dass der Sicherungsdienst so besonnen gehandelt hat“, betont die Sprecherin. Die Sicherheitsleute seien zwar bewaffnet, aber die Umstände müssten andere sein, bis Waffengewalt eingesetzt werde. „Solche anderen Umstände wären gegeben, wenn Bewaffnete versuchen würden, auf das Gelände des Kraftwerks vorzudringen.“ So bald die Polizei eintreffe, würde die Verantwortung auf die Beamten übergehen.

Man wolle mit der gezielten Öffentlichkeitsarbeit deutlich machen, dass nie eine Gefahr für Dritte oder die Anlage bestanden habe. „Dort, wo es sensibel wird, haben wir meterdicke Stahltüren. Die sind nicht so leicht zu überwinden“, sagt Gilcher.