KLEINENSIEL - Der Atomausstieg wird in Niedersachsen konkret: Das vorübergehend abgeschaltete Kernkraftwerk Unterweser in Kleinensiel (Kreis Wesermarsch) soll nicht wieder ans Netz gehen. Das sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) in Salzgitter. Alle Meiler, die im Moratorium sind, gehen dauerhaft vom Netz, so Röttgen. Nach der Atomkatastrophe in Japan war der Meiler in der Wesermarsch mit sechs deutschen Kraftwerken abgeschaltet worden zunächst sollte dies für drei Monate gelten.
Die Umweltministerkonferenz gab jetzt aber die Empfehlung ab, die Kraftwerke dauerhaft vom Netz zu lassen. Die endgültige Entscheidung der Bundesregierung wird am Montag erwartet. Der Energiekonzern Eon, der das Kraftwerk Unterweser betreibt, konnte zu der Weichenstellung in der Atompolitik zunächst nichts sagen.
Das Aus sei ein harter Schlag für die Gemeinde Stadland, betonten SPD-Fraktionschef Günter Hespos sowie der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Busch.
Zum Beschluss der Umweltminister gab es als Einschränkung Protokollnotizen aus mehreren Ländern, die eine sichere Energieversorgung als eine Voraussetzung für das Abschalten nennen. Zur Zukunft des Kraftwerks Krümmel gab es keine Einigung. In einer Protokoll-Notiz sprechen sich neun der 16 Länder dafür aus, dieses AKW, das schon länger stillsteht, nie wieder hochzufahren.
