Bis 2026 müssen Niedersachsens Kommunen eine Wärmeplanung vorlegen. Wie hilft die Klimaschutz- und Energieagentur dabei?
Herr Nolte, gemeinsam mit Umweltministerium und Städtetag informiert die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) bei einer Fachtagung in Oldenburg am 31. August über Energiemanagement und Wärmeplanung. Was kommt da auf die Kommunen zu?
NolteWir wollen den Kommunen das Thema Digitalisierung bei der Bewältigung der vielfältigen kommunalen Herausforderungen noch einmal näherbringen. Es ist zentral für den Klimaschutz, der längst in den Kreisen, Städten und Gemeinden angekommen ist. Im Rahmen des Projekts „Klimaschutz durch Smart Cities“ wollen wir zeigen, wie der Klimaschutz durch digitale Anwendungen befördert werden kann. Da wollen wir in Niedersachsen Vorreiter sein.
Welche Auswirkungen hat der Transformationsprozess für die KEAN? Muss sich die KEAN neu aufstellen?
NolteWir verstehen uns als Dienstleister und als Kompetenzzentrum insbesondere für die Kommunen. Klimaschutz ist in Niedersachsen zur Pflichtaufgabe geworden. Darum sind die Kommunen gehalten, den Klimaschutz verstärkt voranzutreiben. Konkret stehen drei Aspekte im Vordergrund. Erstens: Ausbau der Erneuerbaren Energien. So haben wir aktuell eine bis zum 15. Oktober befristete „Impulsberatung Solar“ für die Kommunen gestartet. Hier geht es darum, das Photovoltaik-Potenzial auf Schuldächern oder Verwaltungsgebäuden auszuschöpfen. Zweitens unterstützen wir die kommunale Wärmeplanung über Beratungs- und Informationsangebote wie einer landesweiten digitalen Wärmebedarfskarte. Zum Dritten ist die Stärkung des kommunalen Klimaschutzes ein wichtiges Anliegen für uns. Dazu zählen Angebote im kommunalen Energiemanagement, die über eine Internetplattform und über Online-Angebote bereitgestellt werden sowie die Beratung zu aktuellen Förderangeboten. Aber auch die fachliche und organisatorische Betreuung des mittlerweile rund 160 Personen umfassende Klimaschutzmanager-Netzwerk sehen wir als einen zentralen Auftrag.
Zur kommunalen Wärmeplanung erwartet das Land bis Ende 2026 konkrete Pläne von den Kommunen.
NolteJa, das Niedersächsische Klimagesetz verpflichtet Kommunen, in die ein Mittel- oder Oberzentrum nach dem Landesraumordnungsgesetz fällt, bis Ende 2026 kommunale Wärmepläne zu erstellen, die den Weg in eine klimaneutrale Wärmeversorgung aufzeigen sollen. Denn in Niedersachsen erzeugen wir immer noch fast 90 Prozent der Wärme über fossile Energieträger. Bei der strategischen Planung geht es darum, den kommunalen Verantwortungsträgern die Größe der Herausforderung bewusst zu machen und Handlungsansätze aufzuzeigen.
Was heißt das? Müssen die Kommunen Dutzende von Aktenordnern abliefern?
NolteNein, es gibt keine Vorgaben zum Umfang, sondern es werden durch das Niedersächsische Klimagesetz inhaltliche Anforderungen gestellt. Die zentralen Punkte sind: eine Bestandsaufnahme, die Definition der Ziele und der Szenarien. Der Plan soll aufzeigen, wie bis 2040 eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreicht werden kann.
Wird sich das Kompetenzzentrum neu aufstellen?
NolteDas KEAN hat 34 Mitarbeitende auf rund 27 Vollzeitstellen und wird voraussichtlich weiterwachsen. Wir bleiben aber eine verhältnismäßig kleine Einrichtung, die nur dann erfolgreich arbeitet, wenn das Zusammenspiel mit den vielen Netzwerkpartnern und externen Fachleuten gut funktioniert.
