Hannover - Ein Werbefilm über das Urlaubsland Niedersachsen hat kontroverse Reaktionen ausgelöst. Der Streifen „Urlaub in Niedersachsen. Anders als du denkst“ war von der Tourismus-Marketing Niedersachsen in Auftrag gegeben worden. Er greift Klischees über das Bundesland selbstironisch auf.

„Dieser Film sollte Niedersachsen anders darstellen. Ziel war es, Küste, Städte, Harz und Heide auf eine originelle Weise zu präsentieren“, sagte Sprecher Stefan Wittke vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium.

In einem Video des niederländischen Anbieters Zoomin wird der Spot als schiefgelaufene Marketing-Idee kritisiert. „So peinlich wirbt Niedersachsen für sich“, heißt es. Die Reklame gehe gründlich nach hinten los, so das Fazit.

Der Werbefilm zeigt eine Großstadt-Familie mit computerspielendem Sohn und nörgelnder Teenager-Tochter, die es im Urlaub in die niedersächsische Provinz verschlägt. „Also echt jetzt, Urlaub hier?“, mault die Tochter bei der Ankunft. Die Familie trifft auf wortkarge, aber herzliche Küstenbewohner, mampfende Heide-Schafe und tanzende Brocken-Hexen.

Ihre anfängliche Befremdung wandelt sich zu Begeisterung für das Urlaubsland. „Nicht alles gefällt allen“, kommentiert Ministeriumssprecher Wittke die Kritik im Internet. Der von der Filmagentur Day for Night gedrehte Werbespot war zuvor von der Jury des Filmpreises „Das goldene Stadttor“ in der Kategorie „Film – National“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden, wie die Tourismus-Marketing mitteilte.