Hannover - Höchste Höhepunkte in der skandal-geschüttelten AfD Niedersachsen vor dem Parteitag am Wochenende in Hannover: Die Bundesspitze mit Frauke Petry hat eine Kommission eingesetzt, um das Treiben des niedersächsischen AfD-Vorsitzenden Armin-Paul Hampel, der erst kürzlich mit einer Promillefahrt Schlagzeilen machte, zu untersuchen. Zugleich sind zwei AfD-Ratsmitglieder aus Hameln aus der Partei ausgetreten wegen des „rechten Sumpfs in der AfD“, berichtet der NDR. Und gegen den AfD-Spitzenpolitiker Wilhelm von Gottberg, der den Holocaust als „Mythos“ bezeichnet, hat AfD-Mitglied Stephan Kraemer aus Goslar Anzeige erstattet. Unter anderem wegen „Rufmords“ und weil mit Gottbergs Zustimmung Parteimitglieder „bedroht, gestalkt und denunziert werden“, sagte Kraemer dieser Zeitung.

Kein Zweifel, der Wind weht Landeschef Hampel scharf ins Gesicht. „Diese AfD ist eindeutig eine Mogelpackung und hält von innerparteilicher Demokratie und Meinungsfreiheit überhaupt nichts“, schimpft AfD-Mitglied Carsten Schulz. Mehrere Klagen liegen gegen die Listenaufstellung zur Bundestagswahl vor, auf der sich Hampel mithilfe der Bastion Hannover auf Platz eins setzen ließ.

Zusätzlich erschüttert ein „Porno-Skandal“ die Partei, den „Welt“ und „N 24“ aufgedeckt haben. In einer Messenger-Gruppe der AfD im Weserbergland finden sich pornografische Bildmontagen. Herabgewürdigt werden Politiker, Juden und Dunkelhäutige ebenso wie Kanzlerin Merkel (CDU). Pikant: Bundestagskandidat dort ist AfD-Chef Hampel. Dessen Freunde fordern schon mal zum „Karnickelfangschlag“ gegen Hampel-Kritiker auf. Andere rufen zur Operation „Trappenjagd“ auf – das Codewort für eine Kriegs-Offensive von Hitlers Wehrmacht auf der Krim. Krieg in der AfD?

Jetzt verbünden sich Hampel-Kritiker unter dem Dach kritischer Kreisverbände aus dem Nordwesten, Stade, Harburg und Göttingen zum Sturz des Vorsitzenden auf dem kommenden Parteitag. Zu den führenden Köpfen gehört Holger Pieters mit einem „Leeraner Aufbruch“. Dieser fühlt sich wert-konservativen Prinzipien verpflichtet und kämpft für eine demokratisch geführte AfD. Auf den Schild haben die Kreisverbände die Göttinger Kreisvorsitzende Dana Guth gehoben. Die Wirtschaftsexpertin will Hampel als Gegenkandidatin stürzen und den Landesverband „wieder einen“.