Frage:
Herr Kohls, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der sieben ostfriesischen Inseln wehren sich vehement gegen den Bau von neuen Kohlekraftwerken an der Küste. Mit welchen Gefahren rechnen Sie?Kohls:
Wir befürchten eine massive Verschlechterung der sauberen Luft, des sauberen Wassers und der intakten Umwelt auf den Inseln. Wir sind hochprädikatisierte Kurorte und können es uns einfach nicht erlauben, künftig mit schlechterer Luftqualität leben zu müssen.Frage:
Wird also der Tourismus darunter leiden?Kohls:
Es kommt darauf, in welchem Umfang Kohlekraftwerke errichtet werden. Im Gespräch sind Wilhelmshaven, Emden und Eemshaven in den Niederlanden. In der Gesamtheit kann das zu erheblichen Beeinträchtigungen führen. Es trifft aber nicht nur die Inseln, sondern auch die vielen Kur- und Ferienorte in der Küstenregion. Einbußen im Tourismus mit seinen mindestens 26 000 Arbeitsplätzen werden die negative Folge sein. Wenn wir schon Reinluftgebiete sind, ist die Frage, ob gerade hier Kohlekraftwerke bebaut werden müssen. Es gibt schließlich auch noch gasbetriebe Kraftwerke als Alternative.Frage: Sie haben eine gemeinsame Resolution verabschiedet. Hat es schon erste Reaktionen gegeben?Kohls:
Die Resolution ist über einen großen Verteiler bis hin in Bundesministerien gegangen. Wir versuchen natürlich auch vor Ort bei jeder Gelegenheit, das Problem zu thematisieren. Erste Reaktionen sind durchaus schon wahrnehmbar.Thema: Pläne für neue Anlagen
Holger Kohls, wangerooge, Sprecher der Inselgemeinden und -Städte
