Der neue Gesundheitsminister Daniel Bahr sitzt noch nicht einmal richtig auf seinem Stuhl, da muss er sich schon der ersten Bewährungsprobe stellen: Dem skandalösen Umgang mit den Versicherten der insolventen City BKK. Wo und wie es nur geht, wimmeln die anderen Kassen vor allem die älteren Mitglieder der Pleite-BKK ab. Rechtswidrig. Mal abwarten, ob Bahrs Drohungen mit Konsequenzen für die Kassen-Vorstände Wirkung zeigt.
Lässt sich der 34-jährige Frischling im Kabinett auf der Nase rumtanzen, kann der Liberale gleich seine Autorität für den Rest der Legislaturperiode beim Pförtner abgeben. Doch Bahrs Daumenschrauben wirken bislang wenig druckvoll. Zu groß ist die Bandbreite subtiler Methoden der Krankenkassen, um unerwünschte Mitglieder abzuschrecken besonders Alte. Diese gelten im Sprachgebrauch der Gesundheitspolitik als schlechte Risiken. Welch ein schäbiger Begriff. Bahr sollte schon überlegen, ob das Schwert des Gesetzgebers geschärft werden muss.
