Hannover - Wen holt SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil in sein Schattenkabinett für die Landtagswahl? An diesem Freitag soll in Braunschweig das Geheimnis um den möglichen künftigen Wirtschaftsminister gelüftet werden. Es gibt kaum Zweifel daran, dass es sich um SPD-Fraktionsvize Olaf Lies (Sande) handelt. In der kommenden Woche will Weil den Kultus- und den Finanzminister vorstellen.

Für die Posten auf der Kabinettsliste werden zahlreiche Sozialdemokraten gehandelt. Die Namen kennen angeblich nur Weil und enge Vertraute. Hoffnung auf das Justizressort darf sich möglicherweise der Kriminologe Christian Pfeiffer machen. Pfeiffer, von 2000 bis 2003 Justizminister in Niedersachsen, ist im Gespräch.

Als relativ sicher gilt, dass die beiden stellvertretenden Fraktionschefs Frauke Heiligenstadt (Kultus) und Gabriele Andretta (Wissenschaft) für das Schattenkabinett nominiert werden. Beide kommen aus dem Bezirk Hannover. Für Braunschweig könnte Fraktionsvize Detlef Tanke (Umwelt) ins Rennen gehen. Dass Ressort würde in einer rot-grünen Koalition aber wohl ohnehin an die Grünen fallen.

Für das Innenministerium wird der Osnabrücker Oberbürgermeister Boris Pistorius genannt. Das Finanzressort könnten Reinhard Höptner oder Birgit Honé vom Landesrechnungshof übernehmen. Offen scheint die Besetzung des von Weil geplanten neuen Ministeriums für Europa, Regionales und Landwirtschaft.

Im Gespräch für einen Posten sind auch Parlamentsgeschäftsführerin Johanne Modder (Bunde), Städtetags-Hauptgeschäftsführer Heiger Scholz und Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge.