Hannover - Die niedersächsische Landesregierung unterstützt ab sofort unabhängige Beratungsstellen für Arbeitslose mit 600.000 Euro pro Jahr. „Viele Menschen verstehen die Bescheide der Jobcenter nicht“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Das könne zu Missverständnissen sowie Unmut auf beiden Seiten führen und Hilfeempfänger im Extremfall in existenzielle Schwierigkeiten bringen. Hier sei eine zusätzliche umfassende Beratung notwendig, die auch Ursache und Wirkung von Arbeitslosigkeit im Blick habe.
„Mit unserer Initiative schließen wir eine wichtige Lücke zwischen den Jobcentern und den Erwerbslosen“, betonte Rundt. Die Jobcenter mit ihrem knappen Stellenschlüssel könnten die intensive Beratung vielerorts nicht leisten. Der Bund sei deshalb in der Pflicht, für eine bessere Stellen- und Budgetausstattung zu sorgen.
Ziel des Sozialministeriums sei es, mit der zunächst bis 2019 befristeten Förderung ein flächendeckendes Beratungsnetz entstehen zu lassen. Bereits bestehende Beratungsstellen sollen gestärkt werden. „Eine von Behörden unabhängige Beratung kann bei konstruktiver Zusammenarbeit mit den Jobcentern nicht nur den betroffenen Personen helfen, zu ihrem Recht zu kommen, sondern ihnen sowie den Behörden auch oft unnötige Rechtsstreitigkeiten ersparen“, sagte Rundt.
Die Förderung sei genau auf den Bedarf kleinerer und bislang unterfinanzierter Einrichtungen und Selbsthilfeeinrichtungen zugeschnitten, die überwiegend durch Ehrenamtliche geführt würden, erklärte Rundt. Angesichts des frischen Geldes aus der Landeskasse appellierte sie an Kommunen, Jobcenter und andere Beteiligte, sich nicht aus der Förderung zurückziehen oder ihre Mittel zu kürzen. „Wir wollen mit unserer Unterstützung nicht andere Geldgeber entlasten, sondern das Beratungsangebot vergrößern.“
