Hannover - Die neue niedersächsische Landesregierung strebt einen Staatsvertrag mit den Muslimen an. „Wir wollen einen solchen Vertrag haben“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Montag nach einem ersten Treffen mit den muslimischen Verbänden Ditib und Schura. Inhalte sowie Zeitplan für die Ausarbeitung sollten zügig, aber gründlich vorbereitet werden. Geregelt werden sollten Fragen etwa des Religionsunterrichtes und der muslimischen Feiertage.

Die Landesregierung wolle für mehr Integration und Teilhabe der Muslime sorgen, die sechs Prozent der Bevölkerung ausmachten, sagte der Ministerpräsident.

Die Verbände begrüßten das Vorgehen der Landesregierung. „Wir wollen eine Gleichstellung mit den Kirchen und der jüdischen Gemeinschaft“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Türkisch-Islamischen Union (Ditib), Yilmaz Kilic. Zum Umgang mit muslimischen Feiertagen müsse eine Lösung gefunden werden, denen Arbeitgeber und Muslime zustimmen könnten.

Auch der Vorsitzende des muslimischen Landesverbandes Schura, Avni Altiner, reagierte positiv: „Wir können den Muslimen berichten, dass unsere Anliegen als Bürger dieses Landes sehr ernst genommen werden.“