Hannover/Lüneburg - In vier Regionen Niedersachsens werden in Kürze die insgesamt 40 Mitglieder für den 17. Landeselternrat (LER) gewählt. Organisiert wird die Wahl alle drei Jahre vom jeweiligen Regionalen Landesamt für Schule und Bildung (RLSB). Doch im Bezirk Lüneburg droht Ärger.
Kreiselternratsvorsitzender Marco Sievers (50) übt scharfe Kritik an der Durchführung einer Info-Veranstaltung für Vertreter aus zehn Landkreisen. Hier sei ein Vortrag der stellvertretenden LER-Vorsitzenden Kathrin Langel (Celle) vorgesehen. Weitere Redebeiträge sollen nicht zugelassen werden. „Damit verstößt die Landesbehörde gegen ihre Neutralitätspflicht“, sagt Sievers. Denn Langel wolle erneut für den Landeselternrat kandidieren. So verschaffe der LER seiner Kandidatin einen klaren Vorteil, moniert Sievers. Ohnehin sei „kein Landeselternratsvorstand so umstritten wie der jetzt amtierende; drei Jahre sei es ihm nur um Machterhalt und den Ausschluss enga-gierter Elternvertreter gegangen, auf Impulse für die Elternarbeit habe man vergeblich gewartet. „Mit der Wahl in zwei Wochen verknüpfen wir einen personellen Neuanfang, eine Rückbesinnung auf die Zusammenarbeit mit den regionalen Elterngremien“, erklärt der Lüneburger Kreiselternratsvorsitzende deshalb.
LER-Vorsitzender Michael Guder (50) widerspricht gegenüber unserer Redaktion vehement. Das Verfahren sei üblich; schließlich sollte über die Arbeit des LER aus erster Hand informiert werden. Guder selbst will offenbar bei der Versammlung des RLSB Hannover sprechen. Für die vier Schulbezirke in Niedersachsen werden jeweils zehn Vertreterinnen und Vertreter in den 17. Landeselternrat entsandt. Dieser wiederum wählt seinen Vorstand. Es könne also sein, dass Langel gar nicht wiedergewählt werde, so Guder.
Sievers dagegen kritisiert „eine behördliche Einmischung in unsere Belange der Elternarbeit“. Er fordert für die Info-Veranstaltung in Lüneburg ein Rederecht auch für weitere Elternvertreter. Er hat bereits Beschwerde beim Kultusministerium in Hannover eingereicht. Sollte das RLSB dennoch weiteren Eltern das Rederecht verweigern, wollen Sievers und einige Mitstreiter die Wahl anfechten.
