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Landwirte haben Interesse an Zuschüssen Niedersachsens Schweinehalter wollen Ställe umbauen

Schweine gucken durch das Gitter eines Schweinestalls. Das Diversifizierungsprogramm für Schweinehalter wird nach Angaben des Agrarministeriums stark nachgefragt.

Schweine gucken durch das Gitter eines Schweinestalls. Das Diversifizierungsprogramm für Schweinehalter wird nach Angaben des Agrarministeriums stark nachgefragt.

Murat/dpa

Hannover/Damme - Niedersachsens Schweinehalter haben nach den Worten von Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) „ein großes Interesse“ an Zuschüssen für den Umstieg auf andere Standbeine. Das Land möchte schweinehaltende Betriebe im Rahmen des Zukunftsprogramms Diversifizierung 2024 mit einem Budget in Höhe von 7 Millionen Euro dabei unterstützen, sich andere Einkommensquellen zu erschließen. „Es gibt viele Ideen der Schweinehalter“, so Staudte dieser Zeitung. Diese reichten vom Anbau neuer Kulturen bis hin zu Ferien auf dem Bauernhof.

Landwirte zurückhaltend

Nach einer Umfrage der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN, Damme) blickt die Branche verhalten in die Zukunft. Wegen fehlender Planungssicherheit, hoher Genehmigungshürden und mangelnder Finanzierung wolle ein Großteil der Landwirte in den kommenden zwölf Monaten nicht in die Schweinehaltung investieren – obwohl die Schlachtpreise hoch sind. „Es ist nicht die aktuelle wirtschaftliche Lage, die zu Unzufriedenheit unter den Schweinehaltern führt“, sagte ISN-Geschäftsführer Torsten Staak. „Vielmehr treibt die politische Situation die Bauern zur Verzweiflung.“ Beim Umbau der Tierhaltung müsse die Politik schnell liefern, „um den Wirtschaftszweig Veredelung im ländlichen Raum zu halten“.

Fast 500 Schweinehalter haben im August und September an der ISN-Umfrage teilgenommen – davon knapp die Hälfte aus Niedersachsen. Besonders groß ist die Unzufriedenheit bei Sauenhaltern und Ferkelerzeugern. Fast ein Drittel der Erzeuger will den Umbau der Abferkelställe nicht mehr angehen. Fast 41 Prozent der Betriebe denken über einen Ausstieg nach. Gut 23 Prozent der Mäster wollen innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre aussteigen.

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Hannover

Niedersachsen gehe es bei dem Förderprogramm nicht allein um den Abbau von Plätzen in der Schweinehaltung, betonte Staudte gegenüber dieser Zeitung. Vielmehr sollten die Betriebe krisenfester gemacht werden. „Die Höfe bekommen von uns Unterstützung bei der Risikostreuung“, sagte die Ministerin. Beim Einstieg in neue Geschäftsfelder lasse das Land den Landwirten „größtmögliche Freiheiten“. „Das ist schon etwas Besonderes“, so Staudte.

1 Milliarde Euro stellt der Bund

Für den Umbau der Tierhaltung für tierwohlgerechtere Ställe gibt es zudem ein Bundesprogramm, das mit 1 Milliarde Euro nach Ansicht der Branche aber viel zu gering ausgestattet ist. In einem ersten Schritt können hier bisher nur schweinehaltende Betriebe Gelder beantragen, um in höhere Haltungsstufen zu investieren und ihre Ställe entsprechend umzubauen. Während es beim Diversifizierungsprogramm des Landes um Alternativen zur Schweinehaltung geht, richtet sich das Bundesprogramm an schweinehaltende Betriebe, die ihre Haltungsform verbessern und in ihren Schweinestall investieren wollen.

Früher sei in der Landwirtschaft mehr über Spezialisierung gesprochen worden, jetzt eher über Diversifizierung, sich also breit und krisenfest aufzustellen. Staudte sagte, sie könne sich vorstellen, dass für Moor-Standorte ein ähnliches Programm nachgefragt werden würde.

Bei der sogenannten Tierwohlprämie wurden für das Antragsjahr 2022 insgesamt 370 Tierwohlanträge mit einem Volumen von 6,46 Millionen Euro ausgezahlt, so eine Sprecherin des Agrarministeriums in Hannover. Davon wurden 214 Betriebe in der Tierwohlmaßnahme für Mastschweine T2 (ohne Kupieren von Schwänzen) und 41 Betriebe in der Maßnahme T3 (Sauenhaltung) und 115 Betriebe in der Maßnahme T4 (Ferkelaufzucht) gefördert.„

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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