LANGENHAGEN - Für Thomas Gesk ist es ein besonders anstrengender Tag. Dennoch ist der Sprengmeister ruhig – das ist auch Voraussetzung für seinen Job. „Sechs Bomben kommen nicht alle Tage vor“, sagt er, das sei schon außergewöhnlich. Wenn die 15 000 Anwohner ihre Häuser verlassen haben, beginnt er seine Arbeit.

Sechs englische Fliegerbomben sind bei Luftaufnahmen in Langenhagen bei Hannover entdeckt worden. Vier von ihnen liegen mitten in Wohngebieten, zwei im Industriegebiet. „Die sind rund fünf Zentner schwer“, weiß der Sprengmeister.

Nur rund fünf Meter von einem Mehrfamilienhaus entfernt befindet sich eine der Bomben. Während aus einem Loch noch Grundwasser abgepumpt wird, verlässt eine Anwohnerin eilig ihre Wohnung. Außer Polizisten und den Mitarbeitern des Kampfmittelräumdienstes sind keine Menschen mehr auf der Straße zu sehen. Gegen 13.30 Uhr verlassen die letzten Fahrzeuge den Sperrbereich, kurz darauf geht es los.

Svetlana Ritter sitzt in der Notunterkunft im Schulzentrum erschöpft auf einem Stuhl. „Ich hoffe, dass wir bald nach Hause können“, sagt die hochschwangere Frau, die mit Mann und kleiner Tochter gekommen ist.

Währenddessen ist Sprengmeister Gesk schon bei der Arbeit. Zunächst geht es Schlag auf Schlag: Um 14.06 Uhr ist die erste Bombe entschärft, genau eine Stunde später weitere vier. Die sechste Bombe hat jedoch einen chemischen Langzeitzünder, die Arbeit der Spezialkräfte dauert deshalb länger. Dennoch hoffen die betroffenen Anwohner, schon bald wieder in ihre Wohnungen zurückkehren zu können. Um kurz vor 17 Uhr gibt es dann Entwarnung: Gesk und sein Team haben auch den letzten der sechs Blindgänger entschärft.