LATHEN - Neue Hoffnung für eine Vermarktung des Transrapid: In Brasilien besteht Interesse an der Magnetschwebebahn-Technologie beim Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke von Campinas nach Sao Paulo und weiter nach Rio de Janeiro. Dies erfuhr die CDU-Bundestags abgeordnete Gitta Connemann (Leer) bei einem Besuch vor Ort. Sie begleitete Staatssekretär Rainer Bomba aus dem Bundesverkehrsministerium bei Verhandlungsgesprächen in Braslien.

„Der zuständige Minister hat uns mitgeteilt, dass die Ausschreibung kurz bevorsteht und systemoffen entschieden wird. Die brasilianische Regierung ist also nicht auf die Rad-Schiene-Technologie festgelegt. Das ist eine Chance für unseren Transrapid“, erklärt Connemann.

Nach Angaben des brasilianischen Verkehrsminister Dr. Paulo Sergio Passos soll die Entscheidung Ende Juni/Anfang Juli 2010 getroffen werden. Bau, Betrieb und Wartung sollen aus einer Hand erfolgen. Die brasilianische Regierung wird sich auch finanziell einbringen.

„Wir kennen jetzt erstmals die konkreten Vorstellungen der Brasilianer. Und wir hatten die Chance, die unschlagbaren Vorteile des Transrapid darzustellen: umweltschonend, kostensparend, zuverlässig“, erklärt die Politikerin. Bereits kurz nach der Rückkehr aus Brasilien sind weiterführende Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium sowie Vertretern des Transrapidkonsortiums geführt worden. Ziel ist es, ein entsprechendes Komplettangebot kurzfristig zu formulieren. Dabei soll auch die Möglichkeit öffentlicher Exportunterstützung geprüft werden.

Gitta Connemann: „Die Gespräche haben endlich die notwendige Klarheit erbracht. Jetzt kommt es darauf an, dass wir schnell handeln. Der Transrapid und die Transrapid Versuchsanlage Emsland in Lathen haben diese Chance verdient.“

Eine Chance sieht man deshalb auch wieder, weil die Technologie für eine Transrapid-Strecke verbessert wurde. Die Firma Bögl hat für die Magnetschwebebahn neue, bis zu 30 Prozent kostengünstigere Fahrwegträger entwickelt. Davon wird eine erhebliche Verbesserung der Verkaufschancen des Transrapid erwartet.

Von den Vorzügen der Magnetbahntechnologie in Lathen will sich am 27. April auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) überzeugen. Ramsauer folgt damit einer Einladung Connemanns. Auch auf Ramsauer ruhen die Hoffnungen im Emsland. Erst Anfang März 2010 war nach schwierigen Verhandlungen im Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages entschieden worden, dass die Transrapid Versuchsanlage 4,9 Millionen Euro durch den Bund für den Weiterbetrieb bis Ende 2010 erhalten wird. Am 27. April wird der Minister auf jeden Fall eine Fahrt mit dem Transrapid unternehmen.