LATHEN - „Du wirst mit 440 Stundenkilometern über grüne Auen rauschen“, kündigt die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (Leer) Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) an. Die Digitalanzeige im Transrapid verharrt zwar bei etwa Tempo 350, aber der Gast aus Berlin ist beeindruckt von der Testfahrt durchs Emsland: „Großartig“, lautet Ramsauers Fazit.
Die Rettung für die Teststrecke in Lathen, deren Betrieb zum Jahresende auslaufen soll? Der Verkehrsminister weckt Hoffnungen. „Ich kämpfe dafür, dass über 2010 hinaus gute Perspektiven geschaffen werden können.“ Die Betreiberseite, Rudolf F. Schwarz als Geschäftsführer der IABG, hört genau zu. „Wir werden wieder ernst genommen“, glaubt Schwarz.
„Wir denken auch an andere Forschungszwecke“, ergänzt Ramsauer und erinnert an die „exzellenten Mitarbeiter“ auf der Testanlage. Fast 50 sind es. Immer wieder macht die Idee vom Kompetenzzentrum „Elektromobilität“ die Runde. „Ich will nicht noch einmal, dass sich wiederholt, was bei der Batterie passiert ist“, sagt Ramsauer. In Deutschland entwickelt, aber das Know-how nach Asien exportiert – muss man die Produkte „heute in China kaufen“, kritisierte der CSU-Politiker. Mit der Transrapidtechnik dürfe sich dieser Fehler nicht wiederholen.
Auch Connemann schwärmt von dem „Verkehrssystem der Zukunft“, das hätte schweben können, als die fliegende Konkurrenz wegen der isländischen Aschewolke am Boden bleiben musste.
In Lathen spielt bei den Gesprächen auch immer wieder das schreckliche Unglück vom 22. September 2006 eine Rolle, als ein Transrapid auf einen Werkstattwagen fuhr und 23 Fahrgäste starben. Die Einladung für Ramsauer ist die erste öffentliche Fahrt seit dieser Katastrophe. „Erst gestern erfolgte die Abnahme“, sagt Geschäftsführer Schwarz. Verbaut wurden neue Träger der bayerischen Firma Max Bögl, die um 30 Prozent billiger sind als das bisher verwandte System. Das steigert die Export-Aussichten.
Am Rande strahlt ein langjähriger Kämpfer für den Transrapid, Rolf Trauernicht aus Großefehn, mit der frischen Sonne am Himmel um die Wette. Er hat einen Brief von Ramsauer in der Tasche: Ein Dank für Trauernichts unermüdliches Engagement. Trauernichts Antwort an Ramsauer: „Alle Argumente liegen auf unserer Seite.“
