LEER/JEVER - Die Standortverwaltung Leer ist künftig für Bundeswehr-Einrichtungen von Nordhorn bis nach Wangerooge zuständig. Die Behörde will sich so auch gegen private Konkurrenz behaupten.
von ulrich schönborn,
redaktion jever
LEER/JEVER - Die Standortverwaltungen (StOV) der Bundeswehr befinden sich in einem gewaltigen Konzentrationsprozess. Ein 2004 entwickeltes Strategiekonzept sieht vor, die Zahl der Behörden von 80 auf 52 zu reduzieren.Ziel sind Kosteneinsparungen durch Synergien und Personalabbau. Die 42 300 Dienstposten in den Standortverwaltungen sollen bis 2010 auf 34 000 heruntergefahren werden. „Entlassungen darf es dabei nicht geben. Wir müssen und wollen sozialverträgliche Lösungen finden“, sagt Hermann-Eckhard Müller-Kerec, in „Personalunion“ Leiter der Standortverwaltungen Jever und Leer.
Zu spüren bekommt den Konzentrationsprozess auch die StOV Jever. Sie wird von Müller-Kerec derzeit abgewickelt und am 29. Juni geschlossen. Die Kasernen Upjever und Wittmund werden dann von Leer aus betreut. Dadurch könne die Zahl der für beide Standorte zuständigen Mitarbeiter von 390 auf etwa 250 reduziert werden, berichtet Müller-Kerec.
Wichtig sei ihm, dass die Ausbildung an den Standorten trotz der Reform erhalten bleibe. So stünden auch künftig in Jever und Wittmund 120 hochqualifizierte Ausbildungsplätze zu Verfügung.
Die StOV Leer ist künftig für Standorte im gesamten Weser-Ems-Gebiet zuständig. Ihr Einflussgebiet reicht von der Nordhorn Range in der Grafschaft Bentheim über Bundeswehr-Einrichtungen in Meppen, Lingen, Saterland, Aurich, Weener, Leer, Wilhelmshaven, Wittmund und Upjever bis auf die Nordseeinseln Wangerooge und Borkum. Zum Jahresende sollen auch die bisher eigenständigen Truppenverwaltungen in das Leeraner Dienstleistungszentrum integriert werden.
Mit der Konzentration, mit der Optimierung interner Arbeitsabläufe und „sinnvollen Kooperationen“ stelle sich die Behörde auch der privatwirtschaftlichen Konkurrenz, betont Müller-Kerec. Denn es gebe durchaus Gedankenspiele, nicht nur Einzelteile wie die Truppenverpflegung, sondern die gesamte Verwaltung in private Hände zu geben.
