LINGEN - Nach der Schnellabschaltung des

Atommeilers in Lingen am vergangenen Freitag sieht der Bund noch mehr

Aufklärungsbedarf. Es gehe um die Umstände der Reaktorabschaltung und

um die Frage nach möglichen Konsequenzen, teilte das

Bundesumweltministerium am Donnerstag in Berlin mit. Aus dem Bericht

der Landesregierung hätten sich weitere Fragen ergeben.

So seien in

den bislang vorliegenden Unterlagen weitere „Auffälligkeiten mit

sicherheitstechnischer Bedeutung“ sichtbar geworden. „Niedersachsen

und die Betreiber müssen endlich ihre Hausaufgaben machen“, sagte

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) laut Mitteilung.

Der Emsland-Meiler hatte sich am vergangenen Freitag aufgrund

einer Störung im Transformatorbereich automatisch abgeschaltet.

Das

niedersächsische Umweltministerium hat der Bundesbehörde bereits

einen ersten Bericht vorgelegt. Mit dem ist das Ministerium von

Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) jedoch noch nicht zufrieden. Es

forderte das Land daher auf, technische Fragen unter anderem zur

Schnellabschaltung noch genauer zu beantworten. Auch sollten die

Gutachter deutlich machen, nach welchen Kriterien sie ihre

Untersuchungen bewerten. Die Sachverständigen hat das Land

Niedersachsen beauftragt.

Die Anforderungen des Bundes würden geprüft, sagte eine Sprecherin

des niedersächsischen Umweltministeriums. Eine weitere Stellungnahme

gab sie am Donnerstag nicht ab. Der Kraftwerksbetreiber RWE Power

hatte zunächst damit gerechnet, dass der Reaktor noch in dieser Woche

wieder angefahren werden kann.