Lingen - Bei der Suche nach dem aus der Sicherungsverwahrung im emsländischen Lingen geflohenen Sextäter fehlt der Polizei weiterhin jede Spur. „Wir können derzeit nichts machen, außer die eingehenden Hinweise auszuwerten. Und die sind bisher leider wenig zielführend“, sagte der Lingener Polizeisprecher Achim van Remmerden am Donnerstag.

Der mit einem internationalen Haftbefehl gesuchte Mann steht in dringendem Verdacht, während eines Freigangs am vergangenen Freitag ein 13-jähriges Mädchen missbraucht zu haben. Für die Suche nach dem 51-Jährigen wird die Polizei mittlerweile von Zielfahndern des Landeskriminalamts unterstützt. „Die Maßnahmen dienen in erster Linie dazu, den Fahndungsdruck zu erhöhen. Man kann ihm nur dringend empfehlen, sich selbst zu stellen“, so LKA-Sprecher Uwe Schwellnus.

Ein Sprecher des Justizministeriums warf Zweifel auf, ob die unbegleiteten Freigänge des mehrfach vorbestraften Mannes für seine Therapie notwendig waren. Daher prüfe das Ministerium derzeit, ob die Voraussetzungen für Vollzugslockerungen überarbeitet werden können. „Der Spielraum für Änderungen dieses Gesetzes ist aber nicht sehr groß. Klar ist, dass zur Therapie auch das Erproben von Freiheit gehört“. „Wir sehen das sehr kritisch, dass die Ministerin die Öffentlichkeit erst dreieinhalb Tage nach der Flucht des Straftäters informiert hat. Wenn jemand flüchtet, der seit 2007 in Sicherungsverwahrung ist, dann ist Gefahr im Verzug“, so Björn Thümler, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion.