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Merkel-Rückkehr: Kanzlerin gefragt

Gunars Reichenbachs Büro Berlin

Ab heute gibt es kein Entrinnen mehr: Mit ihrer Rückkehr ins Kanzleramt nach den Weihnachtsurlaub kann Angela Merkel Fragen nicht mehr ausweichen oder politisch abtauchen. Wo die CDU-Vorsitzende in der Wulff-Affäre noch ihren Regierungssprecher mit gewundenen Erklärungen vorschicken konnte, warten in den nächsten Tagen Mikrofone und Kameras, um Reaktionen Merkels einzufangen. Man darf gespannt sein, welchen ersten O-Ton die Kanzlerin liefert. Aus dem „vollsten Vertrauen“ zu Wulff nach Weihnachten wurde aktuell eine „große Wertschätzung“. Ist das Vertrauen über den Jahreswechsel auf der Strecke geblieben? Dafür spräche, dass sich Spekulationen hartnäckig halten, Angela Merkel sei mit Vize-Kanzler und FDP-Chef Philipp Rösler längst auf Nachfolge-Suche. Auch dazu muss sich Merkel erklären.

Nicht zuletzt fehlt eine Antwort auf den vergifteten politischen Köder Sigmar Gabriels, der Merkel eine Große Koalition mit der SPD für die Nominierung eines gemeinsamen Bundespräsidenten-Kandidaten – wenn Wulff hinwirft – offeriert. Selbst die Grünen locken.

Vor allem muss die CDU-Vorsitzende das Verhältnis zum Koalitionspartner FDP wieder begradigen. Dass die CDU-Saarland die „Jamaika“-Koalition im Land ausgerechnet während des FDP-Dreikönigstreffen beerdigte, werten Spitzenliberale zu Recht als Affront. Natürlich hat Merkels Parteifreundin und Saar-Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer bewusst den Zeitpunkt der Rösler-Rede in Stuttgart gewählt, um die politische Bombe und die Koalition mit den Liberalen platzen zu lassen. Fand das Ganze ohne Wissen der CDU-Bundesvorsitzenden statt? Kaum anzunehmen, dass sich die Saar-CDU nicht in Berlin abgesichert hat. Warum billigt Merkel diesen Umgang mit der FDP? Steckt eigener Ärger dahinter? Sind die Verhandlungen über eine Große Koalition an der Saar auch ein willkommener Warnschuss für den zunehmend weniger geliebten Koalitionspartner FDP in der Bundesregierung? Man darf gespannt auf die ersten Begegnungen sein.

Dass Merkel heute mit Frankreichs Sarkozy die nächsten Schritte aus der Euro-Krise (Ja, sie gibt es auch noch!) gehen will, zeigt nur die politische Wucht der nächsten Tage.

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reichenbachs@infoautor.de

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