Hannover - Im Streit um die Herdenrisse von Wölfen geht Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) auf Schafhalter in der Region Vechta/Diepholz zu. „Ich will, dass Schafhalter ihre Existenzgrundlage behalten können. Ich nehme ihre Sorgen sehr ernst“, sagte Wenzel am Montag vor Journalisten im Vorfeld eines Stammtisches mit Betroffenen im Oldenburger Land.

Beim Treffen will der Umweltminister drei Ziele nach vorn stellen: Artenschutz für den Wolf, Sicherheit für den Menschen und Schutz von Herdentieren. In Niedersachsen leben derzeit etwa 60 bis 70 Wölfe – verteilt auf sieben Wolfsrudel, ein Wolfspaar und zwei Einzeltiere.

Dabei hat es in Niedersachsen seit November 2014 genau 84 Fälle von Tierrissen gegeben mit 177 Opfern, die sofort tot waren oder getötet werden mussten. „57 Fälle mit 148 toten Tieren sind eindeutig dem Wolf zuzuordnen“, sagt der Minister. Fraglich seien noch 47 Fälle. Die meisten Tiere befanden sich auf ungeschützten Weiden.

Festhalten will der Umweltminister an den freiwilligen Leistungen des Landes für Schäfer oder Tierhalter, die durch Wolfsrisse geschädigt wurden und die im Zuge von „Billigkeitsleistungen“ etwa den Marktwert erhalten. Das Verfahren, dass bisher eine DNA-Probe vorschreibt, um den Wolf zu überführen, soll vereinfacht werden. „Künftig setzen wir eher auf die Feststellungen von Veterinären“, sagt Wenzel. Im Jahr 2014 beliefen sich die Kosten für DNA-Proben auf 25 000 Euro, die Ausgaben für Billigkeitsleistungen auf 50 000 Euro.

Dem Problem-Wolf aus dem Raum Vechta, der für viele Risse verantwortlich ist, will Wenzel mit einem Peilsender aufs Fell rücken. „Die Vorbereitungen sind getroffen“, berichtet Wenzel. Mit einem Sender könne man genau verfolgen, was der Wolf treibt.

Der CDU-Wolfsexperte Ernst-Ingolf Angermann fordert, das Goldenstedter Tier „nach drei neuerlichen mutmaßlichen Wolfsrissen am vergangenen Wochenende“ zu töten. „Die Schafhalter sind verzweifelt“, klagt Angermann. Aber der zuständige Umweltminister tue nichts.