MüNCHEN - Ex-Bischöfin Margot Käßmann gibt sich überzeugt, dass sie als „Frau von der Kirche“ nicht in die Politik wechseln sollte. „Ich wäre keine Frau für die Politik“, sagte die 53-Jährige der Zeitschrift „Frau im Spiegel“.
Zwar sei es „durchaus ehrenvoll“, als mögliche Bundespräsidentin genannt zu werden. Doch die Entscheidung, rund zwei Jahre nach ihrem Rücktritt als Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017 wieder für die evangelische Kirche tätig zu werden, fühle sich richtig an.
Richtiger Schritt
Der Posten sei eine schöne Chance, sagte Käßmann der Zeitschrift laut Vorabbericht vom Dienstag. Es sei der richtige Schritt gewesen, nach einer Alkoholfahrt am Steuer ihres Dienstwagens als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und hannoversche Landesbischöfin zurückzutreten. „Ich kann erhobenen Hauptes durch die Welt gehen und bin dankbar, dass sich das Leben für mich gut entwickelt hat“, sagte die Theologin.
Im Zusammenhang mit dem Rücktritt hatte es auch Gerüchte über eine angebliche Affäre Käßmanns mit dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder gegeben. Käßmann wies dies jetzt in dem Interview als unwahr zurück. „Bei Sigmar Gabriel hätte ich’s vielleicht noch nachvollziehen können, den habe ich in Berlin zumindest mal getroffen.“ Gerhard Schröder habe sie aber seit drei, vier Jahren überhaupt nicht gesehen, sagte sie „Über all solchen Gerüchte-Unfug kann ich nur den Kopf schütteln.“
Käßmann kündigte auch an, dass sie bald zum ersten Mal Großmutter werde. „Alle, die Enkelkinder haben, sagen, dass du dann eine ganz andere Freude am Kind hast, weil du nicht mehr so unter Druck stehst wie beim eigenen Nachwuchs.“
Haus auf Usedom
Käßmann will nach eigener Aussage künftig in einem Haus auf Usedom einen neuen Familienmittelpunkt schaffen. „Meine Berliner Wohnung ist dazu nicht geeignet“, sagte die geschiedene Mutter von vier Töchtern. Der Kauf des Hauses auf Usedom habe nahe gelegen, weil ihre Familie aus Hinterpommern stamme. „Wir haben Weihnachten und Ostern dort gefeiert – mit allen Kindern und meinem Schwiegersohn“, sagte Käßmann.
Käßmann, die nach ihrem Rücktritt eine Gastprofessur an der Universität Bochum übernommen hatte, wird am 27. April in ihr Amt als Botschafterin für das 500. Reformationsjubiläum eingeführt.
