Oldenburg - Wenig Interesse an Pegida. Die Kundgebung des Oldenburger Ablegers Olgida wäre am Montagabend beinahe mangels Teilnehmer ausgefallen. Veranstalter Christian Pothin aus Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) wollte die Veranstaltung schon absagen, als er gegen 19 Uhr zum geplanten Beginn der Kundgebung nur mit einem Dutzend Pegida-Anhänger auf dem Bahnhofsvorplatz stand.
Mit einer Viertelstunde Verspätung begann der frühere Kreisvorsitzende der „Alternative für Deutschland“ (AfD) seine Veranstaltung dann doch noch. Personelle Unterstützung erhielt er aus Bremen. Erwartet hatte er diese Teilnehmer aber augenscheinlich nicht. Unter die Besucher der Kundgebung gesellten sich Hooligans aus der Hansestadt. Sie hatten sich ihre Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, viele trugen am Abend Sonnenbrille.
Für die Polizei bedeutete die Kundgebung wieder ein Großeinsatz. Ebenso wie vor zwei Wochen hielten sich rund 150 Polizisten rund um den Bahnhof auf. Gegen 18 Uhr waren die Absperrgitter in Höhe der früheren Hauptpost und der Kaiserstraße aufgebaut worden. Bahnreisende konnten den Bahnhof aber über einen Nebeneingang und den ZOB erreichen. Die Busse der VWG fuhren eine Umleitung.
Im Gegensatz zur ersten Pegida-Veranstaltung am 16. März kamen diesmal deutlich weniger Gegendemonstranten. Die Polizei zählte hinter den Absperrgittern etwa 360 Menschen. Auf der einen Seite standen wieder Linksautonome, auf der anderen Seite Vertreter von Parteien (u.a. SPD, Linke), Gewerkschaften und Kirchen. Mit Trommeln, Trillerpfeifen und Presslufthupen sorgten die Gegendemonstranten für einen ohrenbetäubenden Lärm.
Die gut 40 Pegida-Anhänger mussten sich daher nahe an die Lautsprecher stellen, um die Reden zu verstehen. Da der vorgesehene Redner abgesagt hatte, war Veranstalter Pothin („Ich bin kein Redner, ich bin Pragmatiker“) gezwungen, zum Mikrofon zu greifen. Später sprachen auch noch einige Teilnehmer der Versammlung. Nach 24 Minuten war die Kundgebung vorbei.
Pothin, der mit deutlich mehr Unterstützung gerechnet hatte, kündigte an, in zwei Wochen erneut eine Kundgebung abhalten zu wollen.
