Barsinghausen - Nach zwei Brandanschlägen innerhalb von nur wenigen Tagen in Barsinghausen bei Hannover hat die Polizei eine zehnköpfige Ermittlergruppe eingesetzt. Noch unklar ist bisher, ob die Aktionen fremdenfeindliche Motive hatten. „Die Ermittlungen stehen erst ganz am Anfang“, sagte Kathrin Söfker von der Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

Am Morgen waren unmittelbar vor dem Rathaus vier Dienstwagen der Stadt in Flammen aufgegangen – drei brannten aus, ein vierter wurde beschädigt. Am Abend zuvor hatten 1500 Menschen gegen den Brandanschlag auf den Rohbau eines Flüchtlingswohnheims demonstriert, der vergangenen Sonnabend verübt wurde.

„Ganz egal, aus welcher Richtung der Anschlag der vergangenen Nacht in Barsinghausen erfolgt ist, wir haben es hier mit gefährlicher Gewalt gegen unseren freien und demokratischen Rechtsstaat zu tun“, teilte Innenminister Boris Pistorius (SPD) mit. Er hoffe, dass die Ermittlungsgruppe die Täter schnell ausfindig macht.

„Wir sind in Barsinghausen erschüttert darüber, das hat eine neue Qualität“, sagte Bürgermeister Marc Lahmann (CDU), der den Brand auch als Anschlag auf die Stadt und ihre demokratischen Werte bezeichnete.