Ja, die Aussicht, Gaddafi würde demnächst um Asyl irgendwo in Afrika nachsuchen, hat etwas Verführerisches: Diktator weg, Problem gelöst! Gleichzeitig ist die Vorstellung ziemlich unerträglich, er würde in den Genuss eines luxuriösen Altenteils kommen, ohne sich für seine Taten verantworten zu müssen.
Gaddafi ist nicht mit den üblichen Maßstäben eines Politikers, nicht mal mit denen eines Despoten wie Ben Ali in Tunesien oder Mubarak in Ägypten zu messen. Bei denen mögen noch Reste einer Art von Verantwortungsgefühl für die eigene Nation vorhanden sein. Bei Gaddafi ist das nicht der Fall das zeigen auch seine zunehmend durchgeknallten Auftritte im Kreise seiner Gefolgsleute.
Die NATO versucht derweil mühsam, ihre Reihen zu schließen. Allen ist klar: Eine Zukunft Libyens mit Gaddafi kann es nicht geben. Die Frage, wie dem Diktator beizukommen ist, bleibt aber offen: Die UN-Resolution 1973 gibt den Einsatz von Bodentruppen nicht her. Anstelle eines Blitzkriegs droht eine qualvolle Hängepartie.
