Autor des Beitrages istNorbert Wahn, Leiter der Regionalredaktion

Niedersachsen organisiert die Arbeit der Wasserschutzpolizei neu und lässt die Küste künftig von der Polizeidirektion Oldenburg überwachen. Gut zehn Jahre hat es gedauert, bis der Fehler der damaligen Landesregierung unter Christian Wulff jetzt korrigiert wird.

Dabei nahm damals das Unheil seinen Lauf mit der Auflösung der Bezirksregierung Weser-Ems. Bei der Gelegenheit wurde gleich das komplette Dezernat „versenkt“, das für die Wasserschutzpolizei in Niedersachsen zuständig war.

Doch es kam noch schlimmer. Die Leitung der Wasserschutzpolizei für die Küste wurde der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen mit Sitz in Hannover übertragen. Dort sitzt man hoch und trocken und der Stab ist richtig schön weit entfernt vom operativen Geschehen. Und das war eben kein Seemannsgarn, sondern traurige Realität einer Zentralisierungswut. Ein Schlag ins Wasser.

Jetzt soll alles besser werden. Denn es sind allein sachliche Gründe, die für Oldenburg sprechen: Die geografische Lage, jahrzehntelange gute Erfahrungen mit dem Standort Oldenburg. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass vor rund vier Jahren der Polizeidirektion die Gesamtverantwortung bei maritimen Bedrohungslagen für ganz Niedersachsen übertragen wurde. Das war quasi der erste Schritt zurück in die richtige Richtung : die dezentrale Lösung wegen kurzer Wege und Synergien für den täglichen Dienst – ohne den Umweg über Hannover.

Und die Entscheidung hat auch noch eine ganz andere Qualität. Die Wasserschutzpolizei in Niedersachsen bekommt die Chance, ein Stück Identität und Wahrnehmung zurückzugewinnen.

Sie musste die letzten Jahre auch noch unter ganz anderen negativen Entscheidungen leiden, beispielsweise Standortschließungen oder -reduzierungen. Es besteht jetzt die Möglichkeit, Stellenwert und Wertschätzung der Wasserschutzpolizei wieder aufzubessern. Und das hat eben auch eine menschliche Komponente. Eine wichtige Entscheidung.