Hannover/Oldenburg/Großenkneten - Angesichts des stetig wachsenden Güterverkehrs will Niedersachsen Hunderte neue Lkw-Stellplätze an Autobahnen bauen. Damit soll die Parkplatznot von Lastwagenfahrern verringert werden, teilte das Verkehrsministerium in Hannover mit. Aktuell gibt es in Niedersachsen rund 10.400 Lkw-Parkplätze an den Autobahnen. Bis 2025 sollen 1800 weitere Parkplätze hinzukommen. Die meisten davon sollen an der A2 (rund 600) und an der A7 (rund 800) entstehen. Dort sind auch bereits gut die Hälfte der seit 2009 neu geschaffenen 2950 Lkw-Stellplätze entstanden: an der A2 rund 900 Parkplätze und an der A7 rund 600 Parkplätze.

Problem in ganz Deutschland

Die Parkplatznot an Autobahnen ist kein rein niedersächsisches Phänomen. Der Bund bezifferte die Zahl der an deutschen Autobahnen fehlenden Lkw-Stellplätze im 2010 vorgelegten „Aktionsplan Güterverkehr und Logistik“ auf 14 000.

Die Parkplatznot an Autobahnen ist kein rein niedersächsisches Phänomen. Der Bund bezifferte die Zahl der an deutschen Autobahnen fehlenden Lkw-Stellplätze im 2010 vorgelegten „Aktionsplan Güterverkehr und Logistik“ auf 14.000.

Konkret in der Planung sind unter anderem bereits ein Ausbau der Rastanlage an der A1 bei Großenkneten, an der A29 bei Oldenburg-Ohmstede. Die Gesamtkosten sind noch unklar. Der Ausbau einer Anlage kostet bis zu 5,3 Millionen Euro.

Der Ausbau der Stellplätze soll auch die Verkehrssicherheit erhöhen. Wegen fehlender Plätze stehen die Lastzüge manchmal schon auf den Zufahrtsstreifen der Raststätten oder an den Standstreifen oder Beschleunigungstreifen. Beim Rangieren behindern die Brummis sich oft gegenseitig oder versperren manchmal anderen Autofahrern die Zufahrt zu den Zapfsäulen.

„Die Anstrengungen sind gut, und wir begrüßen sie auch, sie sind aber nicht ausreichend“, sagte der Landesgeschäftsführer der Fachvereinigung Güterkraftverkehr und Entsorgung, Christian Richter. „Die Lkw-Fahrer müssen ihre Ruhezeiten einhalten und können das nicht, weil sie auf Parkplatzsuche sind.“ Prognostiziert sei bis 2030 ein Wachstum des Güterverkehrs um 40 Prozent, 17 bis 20 Prozent dieses Zuwachses werde voraussichtlich über die Straße laufen.

Der Chef der Kraftverkehrsvereinigung appellierte außerdem an die Gemeinden, wo Rastanlagen ausgebaut werden sollen, bei der Bevölkerung für die Vorhaben zu werben. Oft nämlich blockierten Bürgerinitiativen einen zügigen Bau.