Oldenburg - Das Thema Depression in die Öffentlichkeit tragen und darüber aufklären – das sind die Ziele des Bündnisses gegen Depression Weser-Ems. Am Mittwoch startete der Verbund mit einer Auftaktveranstaltung im Alten Landtag in Oldenburg. 30 regionale Unterstützer und rund 200 Gäste waren vor Ort. Initiator ist die Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn (Ammerland), Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie

Schirmherren des Bündnisses sind Bischof Jan Janssen von der Ev.-Luth. Kirche Oldenburg und Weihbischof Heinrich Timmerevers vom katholischen Offizialatsbezirk Oldenburg. „Wir wollen Vorurteile abbauen und zeigen, dass es hier um eine Erkrankung geht, die in einem Graubereich liegt. Es muss die Sensibilität gefördert werden, um den Unterschied zwischen urlaubsreif und krank erkennen zu können“, sagte Janssen.

Timmerevers ergänzte: „Bei unserer Arbeit haben wir oft mit Depressiven zu tun. Und dort, wo Menschen leiden, haben wir den Auftrag, ihnen zu helfen.“ Mit Hilfe der kirchlichen Einrichtungen habe man zudem die Möglichkeit, das Thema präsent zu machen.

Wie die Arbeit des Bündnisses konkret aussehen soll, erklärte Jeanette Böhler, Projektleiterin von der Karl-Jaspers-Klinik. Unter anderem seien bereits Referenten zum Thema geschult worden, die zu verschiedenen Veranstaltungen gehen und auch angefragt werden können. „Die Nachfrage ist groß“, sagte Böhler. Auch Info-Stände in Innenstädten und auf Messen sowie Fortbildungen für Führungskräfte gehören zum Programm des Bündnisses.

Das Problem bei Depressionen sei, dass sie zu selten erkannt würden, mit Vorurteilen behaftet seien und Betroffene aus Scham kaum Hilfe in Anspruch nähmen oder die Depression als persönliches Versagen missverstünden.

In Deutschland leiden derzeit etwa vier Millionen Menschen an einer behandlungsdürftigen Depression. Viele Erkrankte nehmen sich das Leben.

Mit Hilfe des Bündnisses konnte die Suizidrate laut Alexandra Philipsen, Direktorin der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Freiburg, in anderen Gegenden Deutschlands bereits deutlich gesenkt werden.