Hannover - Nach der Mordserie am Klinikum Delmenhorst will die niedersächsische Landesregierung die Patientensicherheit bundesweit stärken. Am Dienstag beschloss das rot-grüne Kabinett eine Bundesratsinitiative, die mehr Kontrollen und schärfere Sanktionen in Kliniken vorsieht. Veränderte Berufsgesetze sollen künftig dafür sorgen, dass sich ein kriminell gewordener Pfleger nicht einfach in einem anderen Bundesland eine Ersatz-Berufsurkunde beschaffen kann. Niedersachsen will den Vorstoß unmittelbar an die Fachausschüsse des Bundesrates weiterleiten.

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Der ehemalige Krankenpfleger Niels Högel muss wegen des Todes von fünf Patienten am Klinikum in Delmenhorst eine lebenslange Haft verbüßen. Vor Gericht hatte er jedoch gestanden, für den Tod von bis zu 30 Menschen verantwortlich zu sein. Die Polizei geht sogar mehr als 200 Verdachtsfällen nach. Als Reaktion darauf setzt sich die Landesregierung für ein Whistleblower-System in den niedersächsischen Kliniken ein, bei dem Beschäftige Missstände melden können. Außerdem wurden in allen Kliniken ehrenamtliche Patientenfürsprecher ernannt, an die Patienten und Angehörige sich bei einem Verdacht wenden können.

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