Berlin/Hannover - Im Bundestags-Untersuchungsausschuss zur Edathy-Affäre sind deutliche Ungereimtheiten aufgetaucht. Wirbel gab es am Donnerstag vor allem um eine Aussage des Celler Generalstaatsanwalts Frank Lüttig, der behauptete, er habe im November 2013 einen hochrangigen Beamten aus dem niedersächsischen Justizministerium informiert, dass ein Kinderporno-Ermittlungsverfahren gegen den damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy anhängig sei. Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) betonte am Donnerstags hingegen, sie hätte erst am 29. Januar 2014 von den Vorwürfen gegen Edathy erfahren. Das Justizministerium teilte mit, der Beamte habe die Behauptung Lüttigs zurückgewiesen.
Der U-Ausschuss soll herausfinden, wer Edathy gewarnt haben könnte. Im Verdacht steht auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann. Dieser ließ am Donnerstag mitteilen, er könne sich nicht erinnern, wer ihm von dem Kinderporno-Verdacht berichtet habe.
