NORDEN - Gegen eine geplante Hilfsstation für verölte Seevögel bei Norddeich (Kreis Aurich) regt sich heftiger Widerstand von Seiten der Nationalparkhäuser Baltrum, Dornumersiel und Juist.
Die Seehundstation in Norddeich hat bei der Wattenmeerstiftung eine halbe Million Euro für das Projekt beantragt. Das bestätigte das niedersächsische Umweltministerium am Donnerstag. Über die Förderung werde aber erst im Juni entschieden, sagte Ministeriumssprecherin Jutta Kremer-Heye.
Die Leiter der drei Nationalparkhäuser, Horst Unger (Baltrum), Uilke van der Meer (Dornumersiel) und Jens Heyken (Juist) halten das Vorhaben für unsinnig. In einem Schreiben kritisieren sie, dass wissenschaftliche Erkenntnisse klar gegen das Projekt sprächen. Von 10 000 verölten Vögeln würden im Schnitt nur 200 lebend am Strand gefunden. Erfahrungsgemäß könnten davon nach der Behandlung nur 96 lebend entlassen werden. Von diesen rund 100 geretteten Tieren überlebe dann aber wiederum nur eines die Folgen der Verölung und des Waschganges. Die haben sich doch längst zu putzen versucht und das Öl im Körper, erklärte Horst Unger. Die Entölungsstation habe nur symbolischen Charakter.
Für den in Varel ansässigen Mellumrat ist das Projekt nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Politik müsse dafür sorgen, dass Tanker havariesicher gemacht und kein Öl mehr in die See fließen kann.
