Osnabrück - „Niklas“ hieß der Orkan, der im Frühjahr wütete. Wie eine Anfrage der Piratenpartei im Landtag von Nordrhein-Westfalen nun offenbarte, rollte durch das Chaos hindurch ein Güterzug mit radioaktivem Material an Bord, genauer gesagt Uranoxid. Ausgangspunkt war der Hamburger Hafen, Zielort irgendwo in Frankreich.

Nach Beobachtungen von Atomkraftgegnern passierte der Zug am Morgen des 31. März um 4.45 Uhr den Hauptbahnhof Münster, war zuvor also durch Niedersachsen und auch Osnabrück gerollt, wo wenige Stunden später Bäume auf einen Zug fielen.

Zwei Dinge offenbarte die Anfrage der Piratenpartei. Erstens: Der Transport war in dieser Form genehmigt, rechtens und findet so oder so ähnlich fast täglich in Deutschland statt. Zweitens: Behörden und Einsatzkräfte entlang der Strecke wussten von diesem Transport nichts.

Das gehe gar nicht, findet Miriam Staudte, die für die Grünen im niedersächsischen Landtag sitzt und sich um Atomthemen kümmert. „Die Landkreise und kreisfreien Städte als untere Katastrophenschutzbehörde müssen künftig über alle Atomtransporte informiert werden“, fordert Staudte.