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OB muss sich seinen Büroleiter aussuchen können

Betrifft:

„Schwandner verliert seinen Bürochef“ (NWZ vom 29. April) und „Tricks und Tritte im Rathauskrieg“ (NWZ vom 31. Mai) sowie Leserbriefe zu diesem Thema

Na, da können wir Oldenburger uns doch mal wieder stolz auf die breite Brust schlagen: Was haben wir doch für tolle Leute in unseren Stadtrat gewählt!

Nicht nur, dass sie es entgegen der Mehrheit der Bevölkerung ablehnen, dass in unserer Stadt Videokameras aufgestellt werden, damit Drogendealer und Kleinkriminelle weiterhin ungestört ihren Geschäften nachgehen dürfen.

Nein, sie haben auch Herrn Schwandner mal wieder gezeigt, wo der Hammer hängt und verbieten es dem Oberbürgermeister, einen Mann seines Vertrauens in sein Vorzimmer zu setzen. (...) Erinnert einen allerdings mehr an einen Kindergarten nach dem Motto: „Hast du böser Bube mich einmal geärgert, mache ich dir jetzt deine Sandburg kaputt!“

Wahrlich, wir können wirklich stolz sein auf Herrn Zietlow und seine rot/grünen Gefolgsleute.

Martin Klimmeck

Oldenburg

*

Sag mal, Stadtrat geht's noch? In einer Stadt mit 160 000 Einwohnern soll sich ein Oberbürgermeister als Büroleiter aussuchen, wen er will. Auch wenn unser OB Schwandner uns manchmal etwas zu badisch daherkommt und dem einen oder anderen zu viel Wein und Lammcare statt Bier und Grünkohl verspeisen mag. Das ist sein Privatvergnügen.

Als Arbeiter für die Stadt aber taugt er doch was. Holt uns den Titel Stadt der Wissenschaft, bringt Groningen und Oldenburg noch näher zusammen, schiebt am Alten Stadthafen einen Stadtteil an, wo sich jetzt schon die Interessenten anstellen. Und dafür klaut ihm eine seltsame Mehrheit im Stadtrat den Büroleiter. Stadtrat, Du bist für Oldenburg da, nicht für Deine eitlen Fisimatenten.

Hartmut Ruthenberg

Oldenburg

*

Wo bitte schön hat die Leserbriefschreiberin („Schlechter Stil des Rates" vom 20.05.08) die Information her, mit Herrn Klaukien sei ein „Stadtmitarbeiter” geopfert worden. Wie der Bezugs-Artikel der NWZ deutlich schreibt, war Herr Klaukien eben kein Stadtmitarbeiter, sondern ein Landesbeamter bei Minister Stratmann in Hannover und war von dort nach Oldenburg befristet abgeordnet worden.

(...) Insofern hat der Rat der Stadt Oldenburg nichts anderes beschlossen, als die Frist der Abordnung von Herrn Klaukien nicht zu verlängern bzw. ihn nicht als städtischen Beamten zu übernehmen. Dafür hätte die Stelle von Herrn Klaukien in den Stellenplan der Stadt Oldenburg aufgenommen werden müssen.

Und über den Stellenplan als Teil des Haushaltsplans der Stadt Oldenburg entscheidet nun einmal kraft Gesetz der Rat (...). Über den Stellenplan wird eigentlich selten öffentlich diskutiert, außer bei Dezernentenstellen (z. B. (...) die eines Sozialdezernenten).

Das „Dilemma” Klaukien liegt hier also eindeutig bei dem Minister Stratmann, denn der hat ja nach der Wahl 2006 Herrn Klaukien abgeordnet und dem neuen Oberbürgermeister als Adjutant (...) angehängt. Wenn Herr Schwandner sich jetzt darüber ärgert, dass sein Stratmannsches Kontrollorgan weg ist, so kann das nur verwundern. Eigentlich könnte er doch froh sein, seine Liebe zu Oldenburg jetzt ungefiltert umsetzen zu können. Oder spricht aus dem Zorn des Oberbürgermeisters doch etwa noch die Stimme Stratmanns und ist das alles nur eine Show des Medienprofessors?

Manfred Murdfield

Oldenburg
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