OLDENBURG - Mit verschiedenen Protest-Aktionen haben am Donnerstag dutzende Krankenhäuser in Niedersachsen auf ihre angespannte finanzielle Situation aufmerksam gemacht. Wir haben zu
lange stumm gelitten, sagte der Geschäftsführer des Klinikums
Oldenburg, Rudolf Mintrop, als Initiator des Protesttages.
Bundesweit seien 100 000 Arbeitsplätze in den Kliniken gestrichen worden, immer
mehr Häusern drohe die Schließung. Hintergrund der Misere sei eine
verfehlte Krankenhausfinanzierung, so Mintrop. Mit dem Aktionstag
appellieren die Kliniken an die Politik, die Deckelung der Budgets
der Kliniken sofort zurückzunehmen.
Der Schuldige für die Finanzmisere ist aus Mintrops Sicht schnell
ausgemacht. Wir haben es satt, gegen ein autistisches
Gesundheitsministerium anzugehen. Mit dem Protest Der Deckel muss weg appellierten am Donnerstag
rund 70 Klinikbetreiber in Niedersachsen und Bremen an die
Bundesregierung, das Finanzierungssystem für die Krankenhäuser
kurzfristig zu ändern.
Während das Klinikum Oldenburg mit knapp 800 Betten als eines der
größten in Niedersachsen noch relativ gut dastehe, werde es für die
kleinen und weniger spezialisierten Häuser immer schwerer, so Mintrop.
Auf der Strecke bleibe die Betreuung. In einigen Kliniken gebe es in manchen Schichten nur
noch Mindestbesetzungen. Alleine im Klinikum Oldenburg sind bei den
rund 2300 Mitarbeiter rund 60 000Überstunden aufgelaufen.
