OLDENBURG - Christen müssen sich nicht ängstlich hinter verschlossenen Türen verstecken, sondern dürfen fröhlich lachend die Welt verändern. Diese Ansicht vertrat am Sonntag die neue Oldenburger Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk in ihrem Einführungsgottesdienst in der Lambertikirche Oldenburg.

Lenk, die als Nachfolgerin von Dr. Evelin Albrecht unter anderem Personalchefin der fast 300 Pastorinnen und Pastoren der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg ist, forderte die Gläubigen dazu auf, „mit der Fröhlichkeit des Osterglaubens die Höhle der Angst zu verlassen“. Das bedeute nicht, die Probleme der Welt wie Schmerz, Krankheit, Hunger und Krieg auszublenden: „Hier sollen wir genau hinschauen – und zwar nicht nur als Beobachter, sondern als Gestaltende.“

Die ehemalige Superintendentin des Kirchenkreises Merseburg war zuvor von Bischof Jan Janssen offiziell in ihr neues Amt eingeführt worden, das sie bereits seit Anfang April ausübt. Janssen unterstrich, dass die Oldenburger Kirche von neuen Impulsen aus dem bisherigen Umfeld Lenks profitieren könne.

Zu Gelassenheit riet Janssen im Zusammenhang mit der Diskussion über einen möglichen Zusammenschluss aller evangelischen Kirchen Niedersachsens zu einer gemeinsamen Landeskirche. Angesichts der „gelegentlich allzu hektisch“ vorgetragenen Behauptung, nur in einer Fusion sei der „wahre Himmel“ zu finden, könne Oldenburg ruhig und gelassen bleiben.

Die Präsidentin der Oldenburger Landessynode, Sabine Blütchen, bezeichnete Lenks neue Tätigkeit als anspruchsvoll und vielseitig. Insgesamt 25 verschiedene Aufgabenfelder seien von ihr zu bewältigen. Blütchen: „Ihr Wunsch nach einer neuen Herausforderung wird absolut erfüllt.“ Während Blütchen der neuen Oberkirchenrätin ein Notizbuch in Oldenburger Farben schenkte, überreichten Vertreter des Kirchenkreises Merseburg Lenk einen Apfelbaum.