OLDENBURG/AURICH/HANNOVER - Die Auricher Staatsanwältin, gegen die im Zusammenhang mit einem Erpressungsversuch ermittelt wird, darf ihren Dienst einstweilen nicht mehr ausüben. Das Justizministerium in Hannover hat ihr für zunächst drei Monate die Amtsführung untersagt.
Die Juristin gilt als dringend verdächtig, eine Straftat von erheblichen Gewicht begangen zu haben, erklärte am Dienstag der Sprecher des Ministeriums, Dennis Weilmann, gegenüber dieser Zeitung. Der 50-Jährigen wird Geheimnisverrat vorgeworfen. Ihr als Richter am Oberlandesgericht Oldenburg beschäftigter Ehemann hat nach eigenem Geständnis mit Erkenntnissen aus einem Ermittlungsverfahren seiner Frau versucht, einen ostfriesischen Unternehmer zu erpressen.
Der 55-Jährige hatte dem Mann angeboten, gegen eine Zahlung von 5000 Euro für eine Einstellung des Verfahrens zu sorgen.
Noch keine Entscheidung gibt es über vorläufige Maßnahmen gegen den OLG-Richter. Das Justizministerium hat beim zuständigen Dienstgericht für Richter eine vorläufige Dienstenthebung beantragt. Bis zu diesem Mittwoch hat seine Anwältin Zeit zur Stellungnahme. In der kommenden Woche, so Weilmann, will das dreiköpfige Dienstgericht dann seine Entscheidung treffen.
Derzeit verzichtet der Richter freiwillig auf die Amtsausübung und hat auch seine Schlüssel zum Arbeitsplatz abgegeben.
