OLDENBURG/BERLIN - Drei von fünf Politikern von SPD und Grünen aus dem Oldenburger Land sind noch unentschieden. Zwei geben Schröder die Ja-Stimme.

Von Hans Drunkenmölle

OLDENBURG/BERLIN - Dem eindringlichen Appell von Fraktionschef Franz Müntefering, sich morgen bei der Vertrauensabstimmung im Bundestag zu enthalten, werden sich die SPD-Politiker Holger Ortel (Delmenhorst) und Gabriele Groneberg (Cloppenburg) verschließen. Sie werden Kanzler Schröder mit einer Ja-Stimme das Vertrauen aussprechen, erklärten beide gestern gegenüber der NWZ . Noch unentschieden zwischen einem Ja für den Regierungschef und einer Enthaltung sind die SPD-Frauen Karin Evers-Meyer (Zetel) und Gesine Multhaupt (Oldenburg), ebenso geht es Thea Dückert von den Grünen (Oldenburg).

„Man kann von mir nicht verlangen, dass ich mich verbiege“, bekräftigte Ortel gestern, „ich habe mich noch nie vor einer Entscheidung gedrückt.“ Wenn Schröder „die Vertrauensfrage an sich“ stelle, dann werde sie „klar zu ihm stehen“, sagte Groneberg: „Mir hat kein anderer ein besseres Politik-Rezept zeigen können“.

Die drei übrigen Politikerinnen aus den Fraktionen der Regierungskoalition wollen ihr Abstimmungsverhalten von der für Freitagmorgen angekündigten Information der Fraktionen über die Formulierung der Vertrauensfrage und deren Begründung abhängig machen: „Es kommt auf den Aufschlag des Kanzlers an“, sagte Gesine Multhaupt (SPD), und auch Genossin Karin Evers-Meyer will „erst auf dieser Basis“ eine Entscheidung treffen.

„Ich will eine klare Antwort finden auf eine klare Frage und dabei zum Ausdruck bringen, dass ich dem Wunsch der Bevölkerung nach Neuwahlen nicht im Wege stehe“, meinte Thea Dückert (Grüne). Enthaltung sei für sie keine Lösung: „Es wird ein Ja oder ein Nein geben“.