OLDENBURG - Afghanistan ist immer gegenwärtig. „Wir denken heute auch an unsere vier Kameraden, die sich gerade vor Ort befinden“, sagte Oberstleutnant Peter Springer beim Jubiläumsappell. Zehn Jahre besteht das Luftlande-unterstützungsbataillon 272 mittlerweile, nur ein wenig länger liegt der Beginn des Afghanistan-Einsatzes zurück. „Er begleitet uns seit unserer Aufstellung im April 2002. Das prägt“, berichtete der Kommandeur am Rande der Festveranstaltung in der Oldenburger Henning-von-Tresckow-Kaserne.
Denn seit Gründung des Bataillons wurden immer wieder Einheiten an den Hindukusch beordert. Ein internationaler Kriegseinsatz, der trotz der gesammelten Erfahrungen nie zur Routine wird. Der nächste steht bereits bevor, da im kommenden Jahr rund 250 Soldaten des Bataillons nach Kundus geschickt werden. Oberstleutnant Springer hält die Einsätze dennoch für wichtig und richtig: „Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan verbessert. Zudem verfügen wir inzwischen über viel Erfahrung.“
Aus einer internen Umstrukturierung ging das Bataillon, das an den weinroten Baretten zu erkennen ist, vor zehn Jahren hervor. Es wurde in Wildeshausen aufgestellt, ehe es im Jahr 2006 verlegt wurde. Rund 500 der 750 Soldaten sind seitdem in Oldenburg, die restlichen in Seedorf stationiert. Der Verband zählt zu den so genannten Krisenreaktionskräften der Bundeswehr und ist speziell für Luftlandeoperationen ausgebildet. Schwerpunkte sind Versorgung, Logistik und Sanitätsdienst.
„Am Anfang war es wichtig, die Einheiten zusammenzuführen und uns einen guten Ruf zu erwerben“, erinnerte Kommandeur Springer. Um den Zusammenhalt ging es auch beim Jubiläumsbiwak am Sonnabend, einem Fest, das die Soldatinnen und Soldaten mit ihren Angehörigen feierten. Auf dem Programm stand zudem ein Feldgottesdienst mit Militärpfarrer Bernd Göde, der die Soldaten nächstes Jahr wieder nach Afghanistan begleitet. „Die Betreuung vor und nach dem Auslandseinsatz spielt eine immer wichtigere Rolle“, sagte Springer. Afghanistan bleibt weiter präsent.
