OLDENBURG/DELMENHORST - Bis tief in die Nacht zum Mittwoch dauerten die Telefongespräche, mit denen der erbitterte Streit zwischen dem SPD-Landesvorsitzenden Garrelt Duin und der Delmenhorster Landtagsabgeordneten Swantje Hartmann einstweilen beendet wurde.
An der Verständigungsdiplomatie beteiligt waren neben den beiden der ehemalige Oldenburger Oberbürgermeister Dietmar Schütz als Leiter der unabhängigen Kommission, die den Streit im Auftrag der SPD-Bezirksvorstands Weser-Ems untersucht hatte, der Landesgeschäftsführer Michael Rüter (Oldenburg) und der stellvertretende Landesvorsitzende Olaf Lies (Sande).
Nach verschiedenen Dauergesprächen waren Duin und Hartmann sich gegen ein Uhr endlich so weit einig, dass sie sich auf den Morgen vertagen konnten, um eine dürre gemeinsame Erklärung im Detail abzustimmen. Nächtliche Formulierungshilfe kam von Dietmar Schütz, der das Ergebnis dann am Morgen präsentierte.
Erleichtert wirkte Schütz jedoch nicht gerade. Trotz seiner zurückhaltenden Formulierungen macht er deutlich, dass er mit beiden Seiten unzufrieden ist. Kritik formuliert er sowohl an Hartmann, die den Streit verrechtlich und sich in ihren öffentlichen Äußerungen nicht immer solidarisch verhalten habe, aber auch an der anderen Seite, die unter anderem viel zu spät die Untersuchungskommission eingesetzt habe.
Unausgesprochen, aber deutlich spürbar, bleibt bei Schütz der Vorwurf an beide Seiten, dass die jetzt nach Monaten öffentlicher Schlammschlacht erreichte Verständigung auch sehr viel eher möglich gewesen wäre.
Prognosen, wie es jetzt im politischen Alltag weitergehen werde, wollte er nicht geben. Auch die künftige Karriere Hartmanns sei nun Sache der politischen Gremien. Allerdings sei die Stimmungslage in der Partei gegenüber Hartmann derzeit nicht besonders gut.
Hartmann sprach gestern von einer guten Lösung. Sie fühle sich rehabilitiert und hoffe, dass es auch in Delmenhorst eine Verständigung zwischen ihr und ihren Kritikern geben werde.
Erleichtert äußerte sich Parteivize Olaf Lies gegenüber dieser Zeitung: Es hätte schließlich auch schlimmer ausgehen können. Die späte Einigung in der nächtlichen Telefon-Verhandlung sei allerdings ein ganz besonderes Erlebnis gewesen.
