OLDENBURG - Fast ein Jahr nach dem Dioxin-Skandal in Niedersachsen ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen Beamte aus dem Landwirtschaftsministerium. Es besteht der Verdacht der versuchten Strafvereitelung, erklärte Dr. Carolin Castagna, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen richteten sich gegen zwei Verantwortliche des niedersächsischen Agrarministeriums.
Dabei handelt es sich bei einem der Beschuldigten um den Staatssekretär des Ministeriums, Friedrich-Otto Ripke. Er soll Informationen über den Skandal zu früh bekanntgegeben haben, so dass die betroffenen Firmen Gelegenheit gehabt hätten, belastendes Material zu vernichten.
Nach Angaben von Ministeriumssprecherin Natascha Manski geht es um den Zeitpunkt der Veröffentlichung, die einen Betrieb in Damme im Kreis Vechta betraf. Das Ministerium habe die Staatsanwaltschaft einen Tag vor der Öffentlichkeit informiert. Der Zeitpunkt der Pressemitteilung sei aus Sicht ihres Hauses nicht verfrüht gewesen.
Der Futtermittel-Skandal kam Anfang Januar ans Tageslicht. In der Folge wurden rund 4700 Bauernhöfe in insgesamt zwölf Bundesländern vorübergehend gesperrt.
