Oldenburg - Frieder Gätjen dürfte der Letzte gewesen sein, der am Sonntag seine Stimme abgab. Um 17.59 Uhr warf der 23-Jährige seinen Stimmzettel in die Urne im Wahllokal 109 an der Willersstraße.

„Ich hatte beruflich in Dötlingen zu tun“, berichtete der Veranstaltungstechniker. „Wir wurden später fertig als gedacht, und ich habe mich richtig beeilt, um noch rechtzeitig zu kommen“, sagte Gätjen froh, dass er noch rechtzeitig kam. Wenige Minuten später begann das Team um Wahlvorstand Bernhard Dosch mit dem Auszählen.

Mehr als 900 Helferinnen und Helfer sorgten in den Wahllokalen für einen reibungslosen Ablauf. „Einzelne Wahllokale kamen mit einer einzigen Wahlurne nicht hin und bestellten im Lauf des Tages eine zweite“, berichtete der stellvertretende Wahlleiter der Stadt, Carsten Büsing. „Das lag an den großformatigen Stimmzetteln, deutete aber auch schon auf eine hohe Wahlbeteiligung hin.“

Um 18.40 Uhr meldete der Wahlbezirk Paul-Maar-Schule als erster sein Ergebnis an die zentrale Übermittlungsstelle. Es folgten in kurzem Abstand die Kindertagesstätte Harreweg, IGS Kreyenbrück und Grundschule Bümmerstede.

Mit mehr als 18 000 lag die Zahl der Briefwahlstimmen am Sonntag auf Rekordniveau, sagte Büsing. Noch am Wahltag holten Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung weit mehr als 100 Briefwahl-Stimmen aus den städtischen Briefkästen unter anderem am Rathaus am Pferdemarkt.

Damit waren in den 18 Briefwahllokalen jeweils rund 1000 Stimmzettel auszuzählen. „Das ist mehr als der Durchschnitt in regulären Wahllokalen“, meinte Büsing; 500 bis 600 Stimmzettel fielen in einem durchschnittlichen regulären Wahllokal an. „Wir werden prüfen, ob wir künftig weitere Briefwahllokale benötigen, weil das Auszählen sonst zu lange dauern könnte“, kündigt Büsing an.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)