OLDENBURG - Selbst gesuchte Miesmuscheln und Austern aus der Nordsee gelten bei vielen Menschen als Delikatesse – Fachleute warnen die Verbraucher jedoch davor, diese Meeresfrüchte aus dem Wattenmeer zu verzehren.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) rät dringend davon ab, diese vermeintlichen Köstlichkeiten für den eigenen Verzehr zu sammeln, da sie möglicherweise mit giftigen Stoffen aus Algen belastet sein können. Diese Algentoxine sind hitzeresistent und können deshalb auch durch Kochen nicht unschädlich gemacht werden. Eine amtliche Überwachung von Muscheln und Austern vor dem menschlichen Verzehr sei deshalb unbedingt notwendig, so die Verbraucherschützer.

Laves-Sprecherin Hiltrud Schrandt erklärte am Donnerstag, es gebe zwar keine akuten Vorfälle, die sommerlichen Wassertemperaturen führten jedoch zu einem erhöhten Algenwachstum und damit zu einem Ansteigen des Risikos. Wer Appetit auf Muscheln habe, solle sie kaufen und nicht selbst sammeln: „Sie unterliegen strengen Kontrollen und können deswegen bedenkenlos gegessen werden.“

Im Gegensatz zu selbst gesammelten Muscheln unterliegt die im Handel angebotene Ware klaren Kontrollen. „Die Fischer sind zur ständigen Eigenkontrolle verpflichtet, das Laves überwacht die Einhaltung,“ sagte die Sprecherin. Bislang sei es nicht zu Beanstandungen gekommen.

Das Angebot an frischen Muscheln ist derzeit allerdings gering. Traditionell werden Miesmuscheln nur in Monaten geerntet, deren Name ein R enthält. „Das sind die Monate der kälteren Jahreszeit, in der die Gefahr von Algengiftstoffen deutlich geringer ist als jetzt im Hochsommer“, erläuterte Schrandt.