OLDENBURG - Für den geplanten Medizin-Studiengang in Oldenburg gibt es breite Unterstützung im niedersächsischen Landtag. Die Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Grünen stellten sich hinter das Projekt. Nur die Linken kritisierten die European Medical School (EMS) und sprachen von einer Totgeburt. Hintergrund der Debatte war eine Große Anfrage der Linken an die schwarz-gelbe Landesregierung.
Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte in ihrer Antwort, die EMS sei ein außerordentlich ehrgeiziges Vorhaben, auf dem viele Hoffnungen basierten. Dass das finanziell nicht trivial ist, ist immer klar gewesen. Es habe heftige Widerstände gegeben, erklärte Wanka. Jetzt ist die Phase, in der die Idee umgesetzt werden muss.
Die Ministerin kündigte an, dass das Land im Haushalt 2012 konkrete Zusagen machen werde. Durch die EMS bestehe die Hoffnung, dass das Hausärztesystem in der Region qualifiziert und verbessert werde. Wanka: Wir wollen es bis zum nächsten Herbst schaffen und dann immatrikulieren.
Die EMS ist ein vorbildliches und innovatives Konzept, sagte der CDU-Abgeordnete Stephan Siemer (Vechta). Sie werde über die medizinische Ausbildung hinaus den gesamten Nordwesten und den Gesundheitssektor in Niedersachsen stärken.
Die SPD-Landtagsfraktion unterstützt nachhaltig die EMS, erklärte der SPD-Abgeordnete Wolfgang Wulf (Oldenburg). Wir brauchen mehr Medizinstudienplätze im eigenen Land. Die EMS sei die richtige Lösung. Allerdings vermisse er klare Aussagen des Landes zur Finanzierung der Universitätsmedizin. Linken-Fraktionschef Hans-Henning Adler (Oldenburg) hatte zuvor die Pläne für den Medizin-Studiengang scharf kritisiert. Ein Medizin-Studium kann man nicht als Billig-Modell machen. Da müsse man richtig Geld in die Hand nehmen. Adler bezweifelt auch, dass die geplanten 40 Studienplätze ausreichend sein werden.
