OLDENBURG - Die Szene wirkt echt: Neben der Barrikade aus Baumstämmen brennt ein Strohballen. Etwa 30 Vermummte werfen Holzstöcke, Wasserballons, Tennisbälle und Silvesterböller auf die Polizisten auf der anderen Seite. Mit Wasserwerfern und gepanzerten Räumfahrzeugen erstürmt die Polizei die Sperre. Eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei (Bepo) kesselt die zumeist schwarz gekleideten Demonstranten ein.
Bei der bislang größten Polizeiübung in Niedersachsen haben am Mittwoch auf dem Fliegerhorst mehr als 1500 Beamte aus Norddeutschland für den Ernstfall geübt. Etwa 500 der teilnehmenden Polizisten (u.a. Studenten) schlüpften bei dem fünfstündigen Training in die Rolle von gewaltbereiten Demonstranten. Sie hielten ihre mit Helmen, Schutzschilden und schweren Körperprotektoren ausgerüsteten Kollegen in Trab. An vier Orten gleichzeitig lief die Übung. Die Statisten blockierten Straßen, zündeten Rauchbomben, verschanzten sich in Häusern und griffen immer wieder an.
Bilder von der Übung
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tv: 1.500 Polizisten üben für den Ernstfall
Das Drehbuch hatte sich Oldenburgs Bepo-Chef Peter Wempe zusammen mit seinem Team ausgedacht. Als Vorbilder dienten zurückliegende Großeinsätze wie Castor-Transporte und G 8-Gipfel. Den Teilnehmern waren die Einzelheiten im Vorfeld der Übung nicht bekannt. So tauchten plötzlich zwölf als Clowns verkleidete Demonstranten auf und bewarfen die Polizisten mit Konfetti. Eine solche Clowns-Armee hatte es auch beim G 8-Gipfel in Heiligendamm gegeben.
Das war wie ein Echteinsatz, sagte Alfred Soetbeer, Präsident der Zentralen Polizeiinspektion in Hannover. Den Übungsverlauf bewertete er ebenso wie Jürgen Schubert, Inspekteur der Bereitschaftspolizei der Länder, positiv. Länderübergreifende Übungen seien wichtig, da die Bepo zu immer mehr Einsätzen gerufen werde.
