OLDENBURG/HANNOVER - Das Organisationsmodell wird heute bei einer Konferenz in Oldenburg vorgestellt. Es soll Qualität und Wirtschaftlichkeit garantieren.

Von Hans Drunkenmölle

OLDENBURG/HANNOVER - Im Oldenburger Land regt sich Widerstand gegen die Pläne von Innenminister Uwe Schünemann (CDU), in den Grenzen der Polizeidirektionen „bunte Leitstellen“ zu bilden, in denen Feuerwehr und Rettungsdienste Seite an Seite mit der Polizei ihre Aufgaben wahrnehmen. Die Landkreise Oldenburg, Ammerland, Wesermarsch und Cloppenburg wollen zusammen mit den Städten Oldenburg und Delmenhorst eine gemeinsame Großleitstelle für den Rettungsdienst installieren, die nach den Worten des Oldenburger Landrates Frank Eger (SPD) „gewachsene Strukturen“ berücksichtigt und neben der Qualität auch die Wirtschaftlichkeit der Dienste garantiert. Dem Innenministerium wird angeboten, die Polizei an diese Leitstelle anzudocken – mit einem möglicherweise nach ihren Vorstellungen erweiterten regionalen Zuständigkeitsbereich.

Nach dem Willen der Landräte und Oberbürgermeister soll die von einem Zweckverband betriebene und von Privatinvestoren gebaute Leitstelle, deren exakter Standort noch offen ist, bereits 2009 betriebsbereit sein – ein Jahr eher als im Schünemann-Konzept vorgesehen. Im Gegensatz zu der vom Innenminister angestrebten Lösung wäre Cloppenburg in den Oldenburger Verbund integriert und nicht einer Leitstelle im Bereich der Polizeidirektion Osnabrück zugeordnet. Auch die vom Ministerium geplante Zuordnung des Landkreises Wesermarsch zu einer Leitstelle im Landkreis Cuxhaven, die Eger als „völlig indiskutabel“ bezeichnet, wäre damit vom Tisch. Der Landkreis Vechta ist nicht mit im Boot, weil er auf einer eigenen Leitstelle beharren will.

Das Oldenburger Modell, das die Kommunen bei einer Leitstellen-Konferenz des Ministeriums heute in Oldenburg präsentieren werden, garantiert im Vergleich zur derzeit noch an Kreisgrenzen orientierten Organisation der Rettungsdienste eine Ersparnis von 500 000 Euro pro Jahr. Derartige Synergieeffekte durch Kooperationen hatten die Krankenkassen als Kostenträger des Rettungswesens im Zusammenhang mit der geplanten Einführung des Digitalfunks für Leitstellen gefordert, die Millionen Euro kosten wird.

Im Norden der Weser-Ems-Region gilt eine Kooperation der Kreise Aurich, Wittmund, Friesland und der Stadt Wilhelmshaven als möglich. Diese Kommunen haben ihre Meinungsbildung jedoch noch nicht abgeschlossen.