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HOLZKLOTZ-ANSCHLAG Autobahnmord: Familie des Opfers kann die Tat nicht begreifen

RAINER DEHMER

OLDENBURG - Dreieinhalb Wochen nach dem Holzklotz-Anschlag von der Brücke der A 29 steht die Familie der getöteten Olga K. nach wie vor unter dem Schock der schlimmen Tat. Keiner kann begreifen, was am Ostersonntag-Abend geschah.

Sehnlichster Wunsch der Familie ist, dass der oder die Täter bald gefasst werden. „Überrascht waren wir daher von der Kritik der Staatsanwaltschaft an der Arbeit der Soko“, sagt Steffen Woitaczak. Der Schwager der 33-jährigen Olga K. hofft, „dass sich der Streit nicht negativ auf die Ermittlungen in dem Mordfall auswirkt“.

An Ostern hatte Familie K. Freunde in Wilhelmshaven besucht. Auf der Heimfahrt nach Telgte (19 500 Einwohner, 160 Kilometer von Oldenburg entfernt, Kreis Warendorf) passierte das Unfassbare. Von der Brücke Butjadinger Straße warfen Unbekannte einen sechs Kilo schweren Holzklotz auf die A 29. Der Klotz durchschlug die Windschutzscheibe des silberfarbenen BMW und tötete die 33-Jährige auf dem Beifahrersitz vor den Augen ihres Ehemanns und der beiden Kinder.

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Die siebenjährige Tochter und der neunjährige Sohn leiden besonders unter dem Tod der Mutter. Beide Kinder werden weiterhin psychologisch betreut. Auf Anraten der Fachleute gehen sie inzwischen wieder zur Schule. „Es wurde empfohlen, die Kinder so schnell wie möglich in den Alltag zurückzuführen. Die Erinnerung kommt aber immer wieder hoch“, sagt Steffen Woitaczak. Als positiv bewertet er, dass die beiden Kinder über ihre Mutter und ihre damit verbundenen Gefühle offen sprechen.

Wichtigster Gesprächspartner ist der Vater. Zuhause versucht der 36-Jährige, seinen Kindern Trost zu geben. Auch ihm fällt die Rückkehr in den Alltag schwer. Trotz aller Unterstützung durch Freunde und Verwandte muss er alleine damit klarkommen, dass ihm seine Frau genommen wurde. Woitaczak: „Das ist eine Umstellung, die er noch nicht vollzogen hat und die ihm Probleme bereitet.“

Mut mache der Familie die große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung. In den vergangenen Wochen trafen Beileidskarten und E-Mails aus ganz Deutschland in Telgte ein. Wildfremde Menschen schrieben den Hinterbliebenen tröstende Worte. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff drückte seine Anteilnahme schriftlich aus.

Viele Verfasser von Beileidsschreiben wünschen, dass der oder die Täter bald gefasst werden. Und genauso denkt auch die Familie von Olga K. „Nur wenn der oder die Täter gefasst werden, ist sichergestellt, dass die das keiner zweiten Familie mehr antun. Wir fragen uns, wie diese Menschen mit ihrer Tat leben und umgehen können“, sagt Woitaczak, der mit der Arbeit der Soko „Brücke“ sehr zufrieden ist. Er stehe im regelmäßigen Kontakt mit der Polizei.

Die 27 Soko-Beamten sind weiterhin dabei, die mittlerweile mehr als 600 Hinweise zu überprüfen. Wie viel Zeit diese Arbeit noch in Anspruch nehmen werde, sei nicht abzusehen, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Unklar sei auch, wann das Ergebnis des Gutachtens über den Holzklotz vorliege. Die Experten vom LKA seien leider noch nicht soweit.

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