OLDENBURG - OLDENBURG - In der Debatte um den Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven warnt SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner davor, durch ein desaströses Missmanagement künftige Wirtschaftschancen leichtfertig zu verspielen. In einer Welt globaler Warenströme komme dem Hafen eine herausragende Stellung zu, sagte Jüttner am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung im Oldenburger Landtag zu 60 Jahre demokratisches Niedersachsen.
Der SPD-Spitzenkandidat schwor die Parteifreunde zugleich auf die Landtagswahl 2008 ein. Die Tradition des Landes sei sozialdemokratisch, sechs von neun Ministerpräsidenten waren SPD-Mitglieder. Jüttner: Wer 60 Jahren Demokratie in Niedersachsen feiert, muss daran erinnern. Doch es reiche nicht, die alten Lieder zu singen, wenn wir morgen Wahlen gewinnen wollen.
Aber natürlich ging der Blick an diesem Abend weit zurück auf den 20. April 1947. An diesem Tag fand die erste Landtagswahl statt in einem Gebilde, das am 23. November 1946 aus den Ländern Oldenburg, Schaumburg-Lippe, Braunschweig und Hannover zu Niedersachsen geworden war.
Ein Land? Der legendäre SPD-Chef Kurt Schumacher wollte eigentlich einen viel größeren Nordwest-Staat. Millionen Flüchtlinge fanden dennoch im neuen Niedersachsen eine Heimat. In jedem Fall war es eine bewegte Zeit des Umbruchs, wie der spätere Landtagspräsident Horst Milde, die Minister Herbert Ehrenberg, Karl-Heinz Funke, Rolf Wernstedt und die Historikerin Helga Grebing bestätigten.
