OLDENBURG - Die mit viel Wirbel ins Amt gestartete niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) war am Donnerstag erstmals in Oldenburg zu Gast. Im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte (LBZH) informierte sie sich über die Arbeit der mittlerweile 190 Jahre alten Lehranstalt.

Die Diskussion um ihre Aussage über Kruzifixe in Klassenzimmern und ihre Manager-Vergangenheit sieht Özkan locker. „Es ist doch normal, dass die eigene Geschichte so beleuchtet wird“, meinte die Ministerin. Dennoch sei sie froh, nun über die Themen ihres Ressorts diskutieren zu können.

Dazu gehört auch das LBZH. Kritische Fragen zu dessen Zukunft äußerten Eltern- und Personalvertreter. So wollten sie wissen, warum der Ende Juli frei werdende Posten des stellvertretenden Leiters vorerst nicht neu besetzt wird. LBZH-Direktor Manfred Isstas will zudem erfahren haben, dass fünf weitere Stellen auf der Streichliste stehen. Für die Lehre bedeute dies „ganz klar einen Qualitätsverlust“, so Isstas.

„Die Nichtbesetzung des Postens ist noch keine endgültige Aussage“, stellte Özkan klar, verwies aber auch auf Ministerpräsident Wulffs Vorgabe zum Stellenabbau im Land. Daher stehe jeder Bereich auf dem Prüfstand. „Die Grenze ist aber erreicht, wenn es die Schwachen und Familien trifft“, betonte die Ministerin. Entscheidungen kündigte sie für die Zeit nach der Haushaltsklausur im Juni an.

Daneben fand Özkan lobende Worte für die Arbeit des LBZH. „Ich bin sehr beeindruckt“, sagte sie nach einem Rundgang und einer Präsentation der Schüler zum 190-jährigen Bestehen der Einrichtung. „Das ist ein außergewöhnliches Jubiläum, und Sie alle können stolz sein, weil Sie es mit Inhalten füllen.“