OLDENBURG - Was Bilder aus dem Gaza-Streifen und aus Israel in den letzten Wochen von einem blutigen Krieg lieferten, hat Johannes Gerster nahezu hautnah erlebt. In den Jahren als Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem explodierten 46 Bomben radikaler Palästinenser in der Umgebung. „Mehr als 1000 Israelis wurden Opfer“, bilanziert der heutige Präsident der deutsch-israelischen Gesellschaft bei seinem Vortrag in Oldenburg: „Auf Deutschlands Bevölkerung hochrechnet wären es 12 000 Tote“ gewesen. Der Blutzoll bei den Palästinensern in der gleichen Zeit: 3000 Tote.

Diese Erfahrungen spiegeln sich im aktuellen Gaza-Krieg wider. „11 000 Raketen“, so Gerster, wurden von Palästinensern zuvor auf israelisches Gebiet abgefeuert. Gerster: „Was hätte Israel machen sollen?“ Dass jetzt „viel zu viele Palästinenser“ Opfer des israelischen Einmarsch wurden, ist für ihn keine Frage. Ebensowenig wie die Tatsache, dass die Hamas-Führung „Kinder als Schutzschilde“ missbrauche, um diese Toten dann in die Kameras der Weltpresse zu halten. Auch ein Krieg der Bilder.

„Solidarität mit Israel – warum?“ Die Antwort auf das Motto des Vortrags fällt Gerster schwer. Ohne eine Existenzsicherung für Israel gebe es keine. Das klingt nicht nach viel Hoffnung.