OLDENBURG - Der Mann ist ein Glücksfall für Weser-Ems. Horst Milde, der am Sonntag 75 Jahre alt wird, hat dies im Laufe seiner eindrucksvollen politischen Karriere mit einer Fülle von Ehrungen und Orden bestätigt bekommen. Aber damit nicht genug: Was Horst Milde – vor allem auch vom einfachen Bürger – an Dank und Zuspruch erfährt, zeugt von Vertrauen in einen Mann ohne Dünkel.

Der ehemalige Leeraner Bürgermeister, Präsident des Verwaltungsbezirks Oldenburg, Oberbürgermeister von Oldenburg und schließlich Niedersächsische Landtagspräsident hat nie Kirchturmpolitik betrieben, gleichwohl aber sehr viel für die Nordwest-Region getan.

Und wenn es einen Plural von Heimat gäbe, würde Horst Milde ihn für sich reklamieren. Breslau, seine Geburtsstadt, hat er nicht vergessen, sich vielmehr in Polen für Schlesien versöhnend engagiert, wofür er mit dem Offizierskreuz der Republik Polen ausgezeichnet wurde. Als 16jähriger war er aus dieser ersten Heimat vertrieben worden. Ostfriesland wurde zur zweiten Heimat. Seit langem ist er Oldenburger, und sein Herz schlägt für Weser-Ems. Die von der CDU/FDP-Regierung durchgesetzte Auflösung der Bezirksregierungen hält er für einen Riesenfehler, der korrigiert werden müsse.

Mit seiner SPD, der er nun 56 Jahre angehört, hat er es nicht immer leicht gehabt – und sie mit ihm auch nicht. In insgesamt 27 Jahren als Landtagsabgeordneter gab die Partei ihm aber die Plattform für sein Engagement und formte ihn zu einem Politiker, der mit guten Kompromissen leben konnte und wollte – ein Opportunist wird er nie sein.

Zu seinen Überzeugungen steht er, und dazu zählen preußische Tugenden wie Integrität, Korrektheit, Verlässlichkeit. Als in den wilden 70er-Jahren vielerorts Repräsentatives über Bord geworfen wurde, blieb Horst Milde sich treu. Als Landtagspräsident ließ er die Niedersachsenfahne und Schwarz-Rot-Gold im Plenarsaal aufstellen, und er legte Wert auf das Nummernschild „NL 1 - 1“ an seinem Dienstfahrzeug. Dies galt für ihn dem demokratischen Amt, nicht der Person. Wer mit Horst Milde über Werte und Würde diskutiert, hört von ihm das Hohelied der Demokratie.

Universität und Fachhochschule, Kultur und Bundeswehr, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften, Verwaltungen und Sozialverbände sind Horst Milde zu Dank verpflichtet. An seinem 75. Geburtstag dürfte aber seine Familie im Vordergrund stehen, die zu oft auf ihn verzichten musste.